Corona-Verdacht an Bord der Eurobahn legt Zugverkehr lahm

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Wegen eines Corona-Vorfalls ist es an diesem Donnerstag zu Störungen des Bahnverkehrs zwischen Dortmund und Soest gekommen. Drei Fahrten der Hellwegbahn RB 59 fielen aus.

Unna

, 30.07.2020, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aufmerksamkeit eines Zugbegleiters löste am Donnerstag einen Corona-Alarm an Bord der Hellwegbahn aus – und schließlich den Ausfall von drei Fahrten auf der Strecke zwischen Dortmund und Soest beziehungsweise in Gegenrichtung.

Der Mitarbeiter des Streckenbetreibers Eurobahn hatte in einem Gespräch zwischen Bahnreisenden vernommen, dass einer der Fahrgäste sich Sorgen um seinen Gesundheitszustand gemacht hat. Er sei in Kontakt mit Menschen gewesen, deren Corona-Testergebnis noch ausstehe, habe der Mann einem Gesprächspartner anvertraut, wie eine Sprecherin der Eurobahn kolportiert.

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Der Zugbegleiter löste danach eine Maßnahmenkette aus, die auch die Bundespolizei und das zuständige Gesundheitsamt in Dortmund beschäftigte. Am Ende gaben die Behörden dann aber Entwarnung: Laut Eurobahn habe keine Gefährdung für andere Bahnreisende bestanden.

Zug vorsorglich zur Desinfektion

Allerdings hatten die reinen Vorsichtsmaßnahmen Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Der Zug, in dem die Verdachtsperson unterwegs war, wurde aus dem Betrieb genommen und soll nun desinfiziert werden. Drei Fahrten der Hellwegbahn fielen am Donnerstag aus – zwei in Fahrtrichtung von Dortmund über Unna nach Soest, eine in Gegenrichtung.

Der Vorfall hatte sich an Bord des Zuges ereignet, der laut Fahrplan um 11.34 Uhr den Bahnhof Dortmund für die Fahrt entlang des Hellwegs verlassen hat. Die Entscheidung des Zugpersonals, dem Verdachtsfall nachzugehen, dürfte noch im Bereich Dortmund gefallen sein, also relativ kurz nach der Abfahrt. Für die folgenden Haltepunkte bedeutete dies dann einen Zugausfall. Und ein Zug, der am einen Bahnhof nicht ankommt, kann von dort aus auch nicht zurück pendeln.

Zwei Fahrten nach Soest ausgefallen, eine nach Dortmund

Mit einem neuen Zug und der Fahrt um 14.04 Uhr ab Dortmund wurde der Betrieb laut Eurobahn wieder aufgenommen.

In ersten Meldungen zum Vorfall war die Rede davon, dass jemand am Bahnsteig in Dortmund lautstark erklärt habe, er sei mit Corona infiziert. Diese Information wurde schließlich aber von der Eurobahn widerrufen und korrigiert. Für die Wartenden an den Bahnsteigen war somit allein das Ergebnis des verdächtigen Gespräches ersichtlich: ein Zugausfall auf der Hellwegstrecke.

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