Spontan entschied sich Landrat Michael Makiolla dazu, eine Corona-Maske mit in die Zeitkapsel des Grundsteins für den Bildungscampus zu legen. Die Ironie daran: Unter anderem die Corona-Krise führt dazu, dass der Bildungscampus sechs Monate später als geplant fertig wird. © Marcel Drawe
Schulen

Corona: Bildungscampus Unna wird ein halbes Jahr später fertig

Förderzentrum, Berufskollegs, Weiterbildungskolleg: All das soll Platz auf dem Prestige-Projekt des Kreises Unna finden. Doch der Bau des „Bildungscampus“ spürt die Corona-Krise.

Über 500 Schülern sollen die Gebäude des Bildungscampus einmal Platz bieten. Auf dem Gelände der ehemaligen Anne-Frank-Realschule in Königsborn entsteht seit Dezember 2019 das schulische Vorzeigeprojekt des Kreises und der Stadt Unna. Doch gänzlich unbeeinflusst von Corona bleibt auch das 22,5-Millionen-Euro-Projekt nicht.

Im Januar 2022 sollen die Gebäude fertig sein; ein Einzug der Schüler könnte dann zum Schuljahr 2022/23 erfolgen. Das klingt anders als noch beim Spatenstich im Dezember 2019: Damals gingen die Verantwortlichen noch davon aus, dass bereits im Herbst 2021 die ersten Schüler in den Gebäuden lernen. Doch die Bauarbeiten sind im Verzug.

Fotostrecke

Bildungscampus: Die Bauarbeiten aus der Luft

Das hat mehrere Gründe, wie Ludwig Holzbeck, Baudezernent des Kreises Unna, erklärt: „Zum einen war der Baugrund schlechter als befürchtet. Wir wussten, dass der Boden nicht ideal ist, aber da kam doch Einiges zusammen.“ Der Lockergestein-Boden an dieser Stelle hätte die neuen Gebäude möglicherweise nicht getragen, daher wurde er mit dem sogenannten „Rüttelstopfverdichtungsverfahren“ verdichtet. Dazu wurden auf einer Fläche von rund 3800 Quadratmetern rund 1100 Löcher gebohrt und in sie eine Mischung aus Beton und Schotter eingebracht. Auf diesen „Pfählen“ stehen die neuen Gebäude nun.

„Wir wussten, dass der Boden nicht ideal ist, aber da kam doch Einiges zusammen.“

Ludwig Holzbeck, Baudezernent des Kreises Unna

„Dass es einen nassen Winter gab, hat diese Bodenarbeiten erschwert und dazu geführt, dass wir dadurch zwei bis drei Monate Verzug aufgebaut haben“, erklärt Holzbeck. Weitere drei Monate Zeitverzug brachte dann die Corona-Pandemie und die damit einhergehende schwierige Phase auf Baustellen. Insgesamt verschiebt sich die Fertigstellung des Bildungscampus damit perspektivisch um ein halbes Jahr.

Platz für Förderzentrum, Weiterbildungskolleg und Berufskollegs

„Wir versuchen jetzt natürlich, Zeit rauszuholen. In dieser Woche habe ich die Aufträge für die Dach-, Fenster-, Lüftungs- und Sanitärarbeiten unterschrieben. Die können also alle noch in diesem Jahr gemacht werden“, sagt der Baudezernent. Anfang 2021 werden dann weitere Aufträge vergeben, wie beispielsweise die Heizung. Denn Abschluss bilden die Elektroarbeiten.

Die symbolische Grundsteinlegung markiert den Beginn der Bauarbeiten am Bildungscampus. Tatsächlich stehen die meisten Gebäude aber bereits im Rohbau.
Die symbolische Grundsteinlegung markiert den Beginn der Bauarbeiten am Bildungscampus. Tatsächlich stehen die meisten Gebäude aber bereits im Rohbau. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Bis zu 220 Schüler des Förderzentrums des Kreises Unna sollen in den neuen Gebäuden ebenso Klassenräume und einen überdachten Pausenhof vorfinden wie rund 210 Schüler des Weiterbildungskollegs der Stadt Unna. Auch die umliegenden Berufskollegs des Kreises sollen Klassenräume und Technikbereiche auf dem Bildungscampus-Gelände nutzen können.

Über die Autorin
Redaktion Unna
Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
Zur Autorenseite
Anna Gemünd
Lesen Sie jetzt