Bei Schauspieler Michael Dreesen werden Asterix und Obelix lebendig

dzComic-Lesung

Bei dem Begriff Comic-Lesung fragt man sich zuerst: "Wie soll das gehen?" Michael Dreesen weiß es. Er zeigte am Samstag im ZiB wie man einen Comic vorliest, beziehungsweise vorspielt.

von Tom Schneider

Unna

, 24.08.2019, 22:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein." Bei diesem Spruch wissen viele Menschen direkt worum es geht: Na klar, Asterix und Obelix. Die Geschichten der beiden Gallier präsentierte am Samstag die zib-Bibliothek in Kooperation mit Melange. Die "zaubertrankstarke Comedy-Comic-Lesung" las Michael Dreesen, Schauspieler, Regisseur und Autor aus Mainz.

Wie aber läuft so etwas ab, eine Comic-Lesung? Zum Comic gehören Text als auch die Bilder. Diese bietet Dreesen. Durch sein cleveres Schauspiel erweckt er die Bilder zum Leben, sei es pantomimisch oder mit Musik und Ton. Auch erhält jede Figur in der Geschichte seine eigene Stimme. Über 30 von ihnen vertonte Dreesen.

Aus seinem Reportoire stellte der Künstler am Samstag die beiden Asterix-Klassiker "Asterix als Gladiator" und "Asterix bei Kleopatra" vor, inklusive Wagenrennen und Römerschlacht.

Publikum soll Römer und Gallier spielen

Durch weitere Gesangs-, Tanz- und Improvisationseinlagen mit dem Publikum gleicht die Lesung eher einem interaktiven Theater. Statt beispielsweise die Schlacht der Römer gegen die Gallier selbst darzustellen, lies er das Publikum "kämpfen". "Alle die links sitzen sind nun die Römer und alle die rechts sitzen die Gallier. Und nun verhaut euch!", so versuchte er das Publikum zum Mitmachen zu animieren. Zum Glück prügelten sich im Anschluss keine Zuhörer.

Die Idee zu dieser Art der Lesung kam dem Künstler vor knapp neun Jahren. Statt wie üblich etwa einen Krimi oder einen Liebesroman lesen zu lassen, schlug er vor: "Warum lesen wir nicht einmal einen Comic?" Wie das genau funktionierte, fand sich schnell heraus. Nun liest Michael Dreesen gerne Comics für jeden der Interesse zeigt.

Besonders die bekannten Asterix-Comics haben es Dreesen angetan: "Selten hat man ein Theaterstück, in dem alles, was man schauspielerisch kann, abgefragt wird. In diesen Lesungen jedoch kann ich Pantomime, Improvisation, Gesang und Akrobatik einbauen." Auch das 50-järige Jubiläum der Comic-Serie deckte sich zeitlich mit Dreesens Idee.

Grandioser Abschluss des Sommerleseclubs

Die "Comedy-Comic-Lesung" war Abschluss des Sommerleseclubs – kurz SLC. Für den SLC können Kinder und Jugendliche in den Sommerferien Bücher lesen und Stempel sammeln. Am Ende gibt es Preise. In diesem Jahr wurde der SLC auch für ältere Lesebegeisterte angeboten. "Ältere kennen die Comics noch aus ihrer Kindheit und auch die Jüngeren kennen die Geschichten des Asterix", heißt es seitens der Bücherei im ZiB.

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