Wenn Unnas Fußgängerzone ab 2019 schrittweise saniert wird, ist das für die Händler mit Einschränkungen verbunden. Dennoch plädieren sie für eine zügige Umsetzung der Baumaßnahme.

Unna

, 23.11.2018, 14:57 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Sanierung der Fußgängerzone wird umfangreich, das steht außer Frage. Für Unnas Händler, deren Geschäfte sich in der Innenstadt befinden, könnte die Modernisierung des maroden Pflasters zur Geduldsprobe werden. Doch für den City-Werbering steht auch fest: An dieser Sanierung führt kein Weg dran vorbei.

„Es ist elementar wichtig, dass dort etwas passiert“, sagt Peter Zahmel, stellvertretender Vorsitzender des City-Werberings. Im Arbeitskreis Fußgängerzone, in dem der Zusammenschluss der Unnaer Händler mit vertreten ist, sei deutlich geworden, dass diese Baumaßnahme sehr umfangreich werde. „Das muss für die Händler natürlich alles vertretbar stattfinden, deswegen ist es sehr gut, dass wir an diesem Arbeitskreis beteiligt sind“, so Zahmel.

Mitgliederversammlung

Neue Gesichter im Vorstand

  • Auf ihrer Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder des City-Werberinges am Donnerstag zwei neue Vorstandsmitglieder.
  • Corinna Kosmal und Martin Jonda rückten für Walter Kratz und Marc Lobert neu in das Vorstandsgremium nach.
  • Der Vorsitzende Thomas Weber, sein erster Stellvertreter Peter Zahmel und seine zweite Stellvertreterin Silke Krischer wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Die Unnaer Innenstadt bilde die „gute Stube“, in die die Menschen gerne zum Einkaufen kämen. „Und in der guten Stube hat man nun mal keinen Teppich mit Löchern liegen“, drückt es Zahmel bildlich aus, wieso für die Händler ein modernes Pflaster in der Fußgängerzone so wichtig ist. Dass Unna eine so gut funktionierende Händlerschaft habe, dürfe keinesfalls für selbstverständlich gehalten werden, findet Zahmel auch mahnende Worte.

Gerade deswegen müsse in die Innenstadt investiert werden. „Das gibt es nicht umsonst, das ist auch allen klar“, sagt Zahmel. Er glaubt fest daran, dass die Sanierung auch für die Händler funktionieren werde, auch wenn es stellenweise Einschränkungen geben muss.

„Wir haben die Zusage, dass es ein Baustellenmanagement geben wird, das gewährleistet, dass jedes Geschäft jederzeit erreichbar sein wird“, sagt Thomas Weber, Vorsitzender des City-Werberings. Ohne diese Garantie würde die eigentliche Pflaster-Erneuerung möglicherweise schneller realisiert werden – aber die Erreichbarkeit der Händler habe Priorität, so Weber.

Sein Stellvertreter Zahmel zieht dazu einen anschaulichen Vergleich: „Amazon macht nachts um zwei Uhr ein technisches Update, wenn die Kunden schlafen, und ist morgens wieder erreichbar. Wenn wir aber unsere Fußgängerzone sanieren, geht das nicht über Nacht. Deswegen müssen wir die Einschränkungen so gering wie möglich halten.“

City-Werbering: Sanierung der Fußgängerzone „elementar wichtig“

Besucherandrang an verkaufsoffenen Sonntagen, wie hier zur Autoschau, freut Unnas Händler. © Borys Sarad


Verkaufsoffene Sonntage

Deutlich mehr Einschränkungen beinhaltet für den City-Werbering das neue Ladenöffnungsgesetz. „Das Gesetz ist viel zu schwammig“, kritisiert Thomas Weber, dass die Möglichkeit, verkaufsoffene Sonntage durchzuführen, durch das von Rot-Grün verabschiedete Gesetz, deutlich schwieriger geworden sei.

Peter Zahmel sieht in der von der neuen, schwarz-gelben Landesregierung vorgenommenen „Verbesserung“ tatsächlich sogar noch eine Verschlechterung. „Die Regierung wollte das Gesetz vereinfachen und hat es dadurch nochmals komplizierter gemacht“, so Zahmel. Nun sei viel Zeit und Geld vonnöten, um einen Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag auf den Weg zu bringen.

„Allein die Zählungen, die wir durchführen müssen, um nachzuweisen, dass mehr Menschen wegen des Festes nach Unna kommen, zu dem der verkaufsoffene Sonntag stattfindet, als allein des Einkaufens wegen, gehen ins Geld“, sagt Weber. Bis zu 20 Zähler seien teilweise im Einsatz, um die Menschenmassen zu zählen.

Die drei verkaufsoffenen Sonntage – zum Westfalenmarkt, zur Autoschau und zum Weihnachtsmarkt – seien dennoch gesichert, versichert Weber. „Einen vierten wird es allerdings nicht mehr geben. Das ist jetzt sehr unrealistisch geworden.“

City-Werbering: Sanierung der Fußgängerzone „elementar wichtig“

Der Weihnachtsmarkt zieht zwar viele Menschen an, der Wintertreff nach den Weihnachtstagen jedoch nicht: Daher fällt nach dem neuen Ladenöffnungsgesetz ein vierter verkaufsoffener Sonntag, der zeitweise nach Weihnachten stattfand, in die Kategorie „unrealistisch“. © Julian Gebhardt www.julian-gebha

In den vergangenen Jahren hatte der City-Werbering auch an einem Sonntag nach Weihnachten zum Einkaufen eingeladen, doch dies sei mit der neuen Gesetzeslage nicht mehr machbar. „Der Wintertreff als Veranstaltung nach den Weihnachtstagen zieht nicht genügend Menschen an“, sagt Weber. Umso mehr sei er froh, dass Unna einen so schönen Weihnachtsmarkt habe, zu dem viele Auswärtige in die Stadt kämen.

Blumenkästen: Ein Herz für Insekten

Stichwort schön: Die bunten Blumenkästen, die der City-Werbering anlässlich seines 30. Geburtstages zu Beginn des Sommers in der Innenstadt aufgehangen hatte, erwiesen sich als voller Erfolg, wie Weber stolz feststellt. „Das kam sehr gut an und es war kein Problem, auch für das nächste Jahr genügend Paten für die Blumenkörbe zu gewinnen“, so der CWU-Vorsitzende.

City-Werbering: Sanierung der Fußgängerzone „elementar wichtig“

80 solcher Blumengebinde blühten im Sommer 2018 in Unnas Innenstadt – 2019 geht die Aktion weiter, dieses Mal mit besonders insektenfreundlichen Blumen. © UDO HENNES

80 Blumengebinde hingen dieses Jahr in der Fußgängerzone und den Einfallsstraßen, genauso viele sollen es auch 2019 werden – mit einer Änderung: „Die Blumen werden danach ausgesucht, wie insektenfreundlich sie sind“, kündigt Peter Zahmel an. So wolle man in Zeiten zunehmender Verdichtung und immer weniger Nahrung für Insekten etwas für die Bienen tun.

Neue Optik für den City-Gutschein

Ebenfalls 2019 soll der City-Gutschein sein Gesicht verändern. „Wir planen, ihn ins digitale Zeitalter zu holen“, kündigt Thomas Weber eine Modernisierung des Einkaufsgutscheines an. So soll es künftig möglich sein, den Gutschein am Computer selbst zu gestalten, individuelle Beträge einzutragen und ihn zuhause ausdrucken zu können.

Auch eine App soll den City-Gutschein weiter modernisieren, sogar so weit, dass gewünschte Schenkungsbeträge direkt auf das Handy des Beschenkten übermittelt werden können. Die technische Umsetzung hat der Werbering für 2019 geplant, zu Beginn des Jahres soll eine schrittweise Umsetzung beginnen.

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