Unnas CDU startet in „das Jahr der Wahrheit“

dzPolitik

Wer Rudolf Fröhlich beim Neujahrsempfang der CDU zuhörte, der spürte Sorgen. Sorgen um die Demokratie und vor rechten Kräften in Unna. Der Fraktionschef verzichtete deshalb auf Wahlkampf.

Unna

, 10.01.2020, 21:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rudolf Fröhlich ist ein Mann klarer Worte. Beim Neujahrsempfang seiner CDU verzichtete der Fraktionschef jedoch auf harsche Kritik. Er gab sich vermittelnd – und forderte im Vorfeld der Kommunalwahlen einen fairen Umgang miteinander ein. 2020 sei „das Jahr der Wahrheit“.

Kolters „große Fußstapfen“

Fröhlich sprach von „großen Fußstapfen“, die Bürgermeister Werner Kolter hinterlasse, wenn er aus seinem Amt scheide. Doch er sprach zugleich von einem „schweren politischen Erbe“, wendete sich an diejenigen, die sich um Kolters Nachfolge bewerben. Es sei „sicher keine leichte Aufgabe, um die sie sich bewerben.“

Die einzigen bereits bekannten Kandidatinnen sind Katja Schuon (SPD) und Claudia Keuchel (Bündnis 90/Grüne). Die CDU selbst hat noch keine Entscheidung über die Kandidatur getroffen, will die Parteibasis im Februar befragen. Glaubt man CDU-Fraktionschef Fröhlich, ist eines aber klar: Wer ins Bürgermeisterbüro einzieht, steht vor großen Herausforderungen.

„Das alles und noch viel mehr würd‘ ich lösen, wenn ich König in Unna wär!“
CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich

Fröhlich blickte zurück auf 2019. Lärmschutz, Tempo-30-Zonen, Verkehrsbelastung, Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Edeka-Ansiedlung in Massen, der Bau einer städtischen Unterkunft in Königsborn, die Eissporthalle, der Erhalt des Bornekampteiches, der Kulturentwicklungsplan, Mühle Bremme, Sanierung der Tiefgarage am Neumarkt und des Parkhauses Massener Straße und die Verschiebung des ersten Bauabschnitts der Fußgängerzone seien wichtige Themen. Fröhlich bediente sich bei Rio Reiser: „Das alles und noch viel mehr würd‘ ich lösen, wenn ich König in Unna wär!“

„Gute Streitkultur vorleben“

König wird Fröhlich nicht – das ist klar. Vielmehr sorgt er sich um die Demokratie. Die Aufsplitterung des Rates in immer mehr Fraktionen und fraktionslose Mitglieder mache die politische Arbeit nicht leichter. Fröhlich forderte die Politik auf, sich weniger mit sich selbst und mehr mit den Problemen der Gesellschaft zu befassen. „Leben wir eine gute Streitkultur vor und gehen wir fair miteinander um. Und ja, haben wir den Mut, zu unseren Überzeugungen zu stehen, aber gelegentliche Fehler auch einzugestehen!“ Nur dann sei vielleicht der Einzug von Parteien in die Parlamente zu verhindern, „die wir dort gewiss nicht haben wollen“.

Dank an Ehrenamtliche

Fröhlich dankte aber auch allen Ehrenamtlichen, von denen viele zu den 300 Gästen im Katharinen-Hof gehörten: „Ohne Ihr Engagement [...] wäre die Stadt nicht nur menschlich ärmer, sondern könnte all die Aufgaben, die Sie ehrenamtlich bewältigen, gar nicht leisten.“

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