CDU-Mann Dirk Wigant gewährt überraschende Einblicke in seine Familiengeschichte

dzTag der Deutschen Einheit

Wer an der CDU-Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit in der Bürgerhalle in Unnas Rathauses teilnahm, der erfuhr auch mehr über Dirk Wigant. Unnas Beigeordneter gab sich sehr persönlich.

Unna

, 03.10.2019, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum spricht ausgerechnet Dirk Wigant bei der Feierstunde der CDU zum Tag der Deutschen Einheit in der Bürgerhalle? Diese Frage mag sich so mancher Bürger gestellt haben und dabei die Option im Kopf gehabt haben, der CDU-Mann solle in Position gebracht werden für eine mögliche Bürgermeisterkandidatur.

CDU-Mann Dirk Wigant gewährt überraschende Einblicke in seine Familiengeschichte

Gerhard Meyer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Unna, stellte den Referenten Dirk Wigant ausführlich vor. © Marcel Drawe

Tatsächlich erinnerte die Form, in der Stadtverbandschef Gerhard Meyer den Werdegang des Festredners vorstellte, an eine Kandidatenvorstellung – zumal er auch noch Wigants Parteizugehörigkeit zur CDU betonte. Doch deutlich wurde vor allem: Wigant bringt als studierter Volks- und Betriebswirt das Wissen mit, auch komplexe Zusammenhänge zu analysieren. Und komplex ist das Thema Wiedervereinigung durchaus – auch heute noch.

Die Feierstunde

Drei Veranstalter

  • Die Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit hat im CDU-Stadtverband Unna eine lange Tradition.
  • Seit acht Jahren treten der CDU-Kreisverband Unna und die Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung der CDU im Kreis Unna als Mitveranstalter auf.
  • Die Feierstunde richtet sich ausdrücklich nicht nur an CDU-MItglieder, sondern an alle Interessierte.

Wigant erinnerte in seiner Rede zum Thema „30 Jahre Mauerfall – Einheit vollendet?“ an historische Zitate – etwa die berühmte Walter-Ulbricht-Lüge um den Mauerbau oder an die Worte von Günter Schabowski in einer Pressekonferenz, die die Mauer vor 30 Jahren zum Einsturz brachten.

Persönliche Verbindungen mit der DDR

Unnas Beigeordneter überraschte seine gut 100-köpfige Zuhörerschaft aber auch, als er überraschende Einblicke in seine Familiengeschichte gab. Und die verbindet ihn mit der DDR.

Wigant erklärte, dass sein Vater 1954 als junger Mann aus Quedlinburg in der damaligen DDR nach Unna kam. Als er hier eine Anstellung bekam, habe er spontan beschlossen, nicht zurückzukehren.

Dirk Wigant erlebte die DDR später bei Verwandtschaftsbesuchen im Osten. Es gibt also auch persönliche Gründe, warum Wigant als Festredner prädestiniert war.

Viele Zahlen als Grundlage

Seinen Vortrag gestaltete Wigant äußerst sachlich. Er nannte viele Zahlen, zog Schlussfolgerungen. Aus dem Publikum kam zwischendurch die Bitte, Wigant solle das langsamer tun. Und tatsächlich brauchte es viel Konzentration, Wigants tief greifender Analyse zu folgen.

CDU-Mann Dirk Wigant gewährt überraschende Einblicke in seine Familiengeschichte

Das Publikum verfolgte die Rede zur Deutschen Einheit in Unna mit großer Aufmerksamkeit. © Marcel Drawe

Der Festredner legte einen Schwerpunkt auf die Wirtschaft und benannte unter anderem das Problem, dass von den Top 500 der deutschen Unternehmen nur 36 ihren Firmensitz im Osten haben.

Viele ehemalige DDR-Bürger hätten „mit den Füßen abgestimmt“ und den Osten verlassen. Dieser Trend sei aber beendet, wenngleich nur 15 der 130 größten Städte Ostdeutschlands die Wende in der Bevölkerungsentwicklung geschafft hätten. Wigant nannte etwa die Boomstädte Leipzig und Dresden als Beispiele.

„Auch nicht der größte Nörgler möchte mit damals tauschen.“
Dirk Wigant mit Blick auf die DDR

Allerdings betonte er zugleich, dass es Ungleichheiten immer geben werde – und zwar nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Nord und Süd, Stadt und Land – und auch in Regionen in Westdeutschland. Dass sich viele Ostdeutsche abgehängt fühlten, liege auch an den immer noch ungleichen Lohnverhältnissen. Aber: „Auch nicht der größte Nörgler möchte mit damals tauschen.“ Wigants Fazit: Es wurde schon sehr viel erreicht, auch wenn der Osten an einigen Stellen noch zurückhängt. Ost-West-Unterschiede träten „zunehmend hinter gesamtdeutsche Trends zurück“.

Bedeutung der Erinnerungskultur

Stephan Wehmeier, Vorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU im Kreis Unna, dankte Wigant. Insbesondere für junge Menschen sei es wichtig, die Erinnerungskultur zu leben. Für Jugendliche sei die Wiedervereinigung keine gelebte Geschichte mehr, sondern nur noch Historie.

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