Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rudolf Fröhlich gerät ins Wanken: Bei seinem Angriff auf die abtrünnigen Ratsleute fährt ihm Parteichef Gerhard Meyer in die Parade. Meyer rät Fröhlich zum „Abrüsten“.

Unna

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Rudolf Fröhlichs öffentliche Abrechnung mit seinen früheren Fraktionskollegen Frank-Holger Weber und Jessika Tepe könnte sich für ihn selbst als Bumerang erweisen. Mit seiner jüngsten Stellungnahme auf der Internetseite ist Fröhlich zu weit gegangen – zumindest für den Parteivorsitzenden Gerhard Meyer, der sich nun in ungewohnt direkter Weise in das Geschehen eingeschaltet hat.

CDU-Chef Meyer rät zum verbalen Abrüsten

Fröhlichs langer Text ist inzwischen wieder aus dem Netz genommen worden, und zwar nach Intervention Meyers. Stadtverband und Ratsfraktion teilen sich eine gemeinsame Internetseite, verantworten ihre Veröffentlichungen aber in getrennten Rubriken selbst. Dass sich der Parteichef in die Inhalte der Fraktionsrubrik einmischt, ist ausgesprochen selten.

„Ich habe ihm dazu geraten, das wieder herauszunehmen“, bestätigt Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Grund für sein Einschreiten: „Weil es der Partei nicht gut tut.“

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Fröhlich hatte sich in seiner Stellungnahme mit den Fraktionsaustritten von Frank-Holger Weber und Jessika Tepe auseinandergesetzt. In Bezug auf Weber wiederholte Fröhlich dabei einige Vorwürfe, die er zuletzt in einer E-Mail an den Bürgermeister erhoben hat. Fröhlich war bereits dafür in die Kritik geraten, dass er dieses Schreiben an insgesamt 13 Empfänger geschickt hatte. Doch mit dem Schritt in die Öffentlichkeit ging er noch deutlich weiter.

Fröhlichs Rücktritt ist nicht mehr ausgeschlossen

Frank-Holger Weber hat auf Fröhlichs Stellungnahme erschüttert reagiert und dem Fraktionsvorsitzenden der CDU den Rücktritt empfohlen. Abwegig ist der Gedanke wohl nicht: Tatsächlich gerät Fröhlich nun in Bedrängnis.

Sein Rückhalt bei Parteichef Gerhard Meyer jedenfalls scheint zu schwinden. Auf die Frage, ob er einen Rücktritt Fröhlichs für angemessen hielte, antwortet der Parteichef jetzt nur noch: „Das muss die Fraktion entscheiden.“ Ein Ausdruck der Unterstützung klingt anders.

Meyer steht weiterhin in Gesprächen mit Frank-Holger Weber, der zwar aus der CDU-Ratsfraktion, nicht aber aus der Partei ausgetreten ist. „Ich versuche, die Enden wieder zusammenzuführen“, erklärt Meyer gegenüber unserer Redaktion. „Daher empfehle ich ein verbales Abrüsten. Wir werden sehen, wer sich da wie weit bewegt.“

Für Rudolf Fröhlich bedeutet dieser Hinweis wohl, dass er unter Beobachtung steht.

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