Die CDU-Fraktion in Unna trennt sich von ihrem Geschäftsführer Jan-Eike Kersting

dzGeld reicht nicht

Die Unnaer CDU-Fraktion und ihr Geschäftsführer Jan-Eike Kersting beenden ihre Zusammenarbeit. Die Trennung erfolgt erwartungsgemäß, aber doch deutlich später als zunächst angekündigt.

Unna

, 05.12.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Streit um die Stelle des CDU-Fraktionsgeschäftsführers hatte eine Dimension, die über die Belange der Union hinausreichte: Als der Stadtrat im September über eine nachträgliche Mittelkürzung der Fraktionen diskutierte, warf der CDU-Fraktionsvorsitzende Rudolf Fröhlich das persönliche Schicksal seines Büroleiters in die Waagschale: Der Stelleninhaber Jan-Eike Kersting müsse gekündigt werden, wenn der Rat die Kürzung beschließt.

Tatsächlich kommt es nun so weit, aber doch etwas anders und vor allem später als von Fröhlich in der Debatte angekündigt. Zum 30. Juni 2020 endet der Vertrag zwischen Kersting und der Ratsfraktion – also nur gut zehn Wochen vor der Kommunalwahl am 13. September, die ohnehin das geplante Ende der Vertragslaufzeit markiert hätte.

Kerstings Nachfolgerin kommt als Teilzeitkraft

Und: Schon ab Januar oder Februar soll Kersting damit beginnen, eine Nachfolgerin einzuarbeiten, die derzeit geringfügig beschäftigt ist, nach der Wahl 2020 aber Aussichten auf eine Teilzeitstelle bei der CDU-Fraktion hätte. Kerstings Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis mit der CDU-Fraktion erfolge auf seinen eigenen Wunsch, betont der Fraktionsvorsitzende Fröhlich.

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Dass die Zusammenarbeit zwischen der Ratsfraktion und dem 43-jährigen Volkswirt nun doch fast über die gesamte Ratsperiode laufen kann, sieht Fröhlich nicht als Widerspruch zu der Kündigungsandrohung in der öffentlichen Sitzung des Stadtrates, für die Fröhlich vor allem von SPD, Grünen und FLU stark kritisiert worden war.

Öffentliche Kündigungsdrohung für Kersting sieht Fröhlich heute selbstkritisch

„Dass wir Kersting dann entlassen müssen, das hätte ich aber so besser nicht gesagt“, räumt Fröhlich ein. „Denn die Formulierung war falsch. Ich hätte sagen müssen, dass die Mittel der Fraktion nicht mehr ausreichen werden, um ihn auf den bisherigen Niveau zu bezahlen.“

Die CDU-Fraktion war von dem Beschluss im September kalt erwischt worden. Seit der zurückliegenden Wahl war die Ratsfraktion durch Austritte von 15 auf heute 12 Mitglieder geschrumpft. Allein dies bedeutete rechnerisch eine Mindereinnahme von 18.000 Euro im Jahr. Als dann noch eine Mehrheit für den rot-grünen Antrag kam, die Fraktionszuwendungen in Gänze um 20 Prozent zu kürzen, hatte die CDU ein echtes Finanzproblem.

Dass das Geld in der Kasse tatsächlich nicht mehr reichte, um Kerstings Arbeitsvertrag zu erfüllen, betont Fraktionschef Fröhlich auch jetzt noch: Zuschüsse vom CDU-Stadtverband würden zur Deckung des Fehlbetrages eingesetzt.

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