Caritas soll weiterhin Unnas Flüchtlinge betreuen

dzKooperation

Flüchtlinge zu betreuen fällt in den Aufgabenbereich der Kommunen, aber nicht in ihren Kompetenzbereich. Unna setzt weiterhin auf die Erfahrung der Caritas – und auf die Hilfe der Bürger.

Unna

, 26.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der Zustrom von Flüchtlingen nach Europa seinen Höhepunkt erreicht hatte, setzten sich die Stadt und der Caritas-Kreisverband zusammen, um darüber zu beraten, wie Flüchtlinge für ihre Zeit oder gar ihr Leben in Deutschland eingewiesen werden könnten. Die fortlaufende Betreuung bedeutete auch eine Art von Unterricht: Viele der Neuankömmlinge mussten sich in einem Land zurechtfinden, in dem das Leben anders läuft als in ihrer Heimat. Und gerade die jüngeren mussten sich überhaupt erst einmal im Leben zurechtfinden – und sei es in Alltagsdingen.
Ende 2015 vereinbarten Stadt und Caritas ein Betreuungskonzept. Die Stadt übertrug Aufgaben an die Organisation, stattete sie zuletzt mit einem Zuschuss für 29,5 Stunden Personaleinsatz aus. Viel Arbeit wurde unter Koordination der Caritas von engagierten Bürgern geleistet, denn das Ehrenamt spielte im gemeinsamen Konzept von Anfang an eine wichtige Rolle.
Nun plant die Stadt eine Fortführung der Zusammenarbeit mit der Caritas auch in den Jahren 2019 und 2020. Sie habe sich bewährt und die Aufgaben würden nicht weniger. Sie werden allerdings anders.
Die Prognosen für die Flüchtlingszahlen hätten weiterhin Bestand, erklärt das Rathaus in einer Vorlage für die Politik. Statt mit Neuankömmlingen haben es die Betreuer nun allerdings vermehrt mit Menschen zu tun, die zumindest vorerst eine Bleibeperspektive in Deutschland haben. Die Arbeit mit ihnen vermittele nun nicht mehr so sehr die ersten Schritte, sondern sei langfristig und auf Nachhaltigkeit angelegt.
Eine Besonderheit in Unna ist, dass viele Flüchtlinge sehr jung sind. Wer nach deutschem Recht minderjährig ins Land gekommen ist, war ein Fall fürs Jugendamt und wurde bei freien Trägern der Jugendhilfe untergebracht. Unna verfügt über mehrere solcher Heime. Und wer dort erst einmal angekommen ist, sucht vermutlich auch mit 18 seine erste eigene Bleibe an einem Ort, den er kennt, so die Annahme der Stadt. Außer der kulturellen Integration geht es für diese Menschen um Dinge, die auch jeden anderen Gleichaltrigen beschäftigen würden: Bildungsabschluss, Berufseinstieg, Aufbau eines Lebens.

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