14 Cannabispflanzen unterm Bett im Kinderzimmer - „zu wissenschaftlichen Zwecken“

dzWegen Drogen vor Gericht

Hanfpflanzen nur zum Test einer neuen Lampe gezüchtet? Was ein junger Mann in Unna seiner Richterin als Erklärung auftischte, überzeugte nicht. Er muss eine Geldstrafe bezahlen.

von Jana Peuckert

Unna

, 19.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

14, etwa 30 Zentimeter hohe Cannabispflanzen unterm Bett, 26 Setzlinge in der Kommode, eine Feinwaage, Klemmverschluss-Tütchen, Belüftung und Lampen: All das stellten Polizisten am 1. April in Unna bei einer Durchsuchung fest. Fundort war das Kinderzimmer eines 26-jährigen Mannes, der bei seinen Eltern wohnt.

Anklage: Handel mit Betäubungsmitteln

Zunächst lag für die Ermittler nahe, dass der Mann mit Betäubungsmitteln handelte. Dementsprechend lautete auch die Anklage im Schöffengericht des Amtsgerichts Unna. Dort tischte der 26-Jährige den Prozessbeteiligten eine abenteuerliche Geschichte auf – letztlich ohne Erfolg. Er gab an, die Zucht aus rein wissenschaftlichen Zwecken betrieben zu haben. Er habe eine Lampe entwickelt und deren Wirkung auf Pflanzen testen wollen. Es sei ihm gar nicht um Cannabis und damit um Drogen gegangen. Sein Ziel sei gewesen, mit dem Verkauf der Lampen Geld zu verdienen.

Günstig als Vogelfutter zu kaufen

Er hätte genau so gut Tomaten nehmen können, sagte er. Warum er das denn dann nicht getan hatte, wollte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft wissen. Cannabis sei einfach cooler, lautete seine Antwort. Und außerdem gebe es die Samen ganz kostengünstig als Vogelfutter. Dieser Hanf habe allerdings keinen Wirkstoff, erklärte der Mann. Deshalb sei er davon ausgegangen, dass er nichts Verbotenes tue.

Verdächtige Notizen zur Qualität des Betäubungsmittels

Die Richterin wollte es daraufhin genauer wissen und fragte nach dem wissenschaftlichen Vorgehen des Angeklagten. Der fühlte sich inzwischen merklich unwohler auf der Anklagebank, wurde teilweise patzig und verstrickte sich in ihn belastende Angaben. So seien die Notizen des Angeklagten nicht für die Funktionsweise der Lampen, sondern für die Qualität der Betäubungsmittel relevant, stellte die Richterin fest. Ein Handeltreiben konnte dem nicht vorbestraften Angeklagten am Ende nicht nachgewiesen werden, wohl sah das Schöffengericht aber den verbotenen Anbau als erwiesen an. Dafür gab es für den arbeitslosen Mann 300 Euro Geldstrafe.

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