„Stinkefinger“ gegen Polizisten: BVB-Fan (21) aus Unna muss nach Beleidigung zahlen

dzGerichtsurteil

Ein BVB-Fan (21) aus Unna hat bei einem Auswärtsspiel Polizisten beleidigt – weil er anderen Fans imponieren wollte. Das kommt den jungen Mann jetzt teuer zu stehen.

von Dirk Becker, Sylvia Mönnig

Unna

, 18.02.2020, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Respektvolles Verhalten ist in der Fußball-Bundesliga aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Die Schiedsrichter legen die Regeln strenger aus und verwarnen vermehrt Spieler und Trainer, die diesen Respekt vermissen lassen.

Ziel ist ein von Fairness geprägter Umgang aller Beteiligter miteinander – ob es nun Spieler, Trainer oder Schiedsrichter sind. Respekt sollten aber auch die Fußballfans wahren. Dass das nicht immer gelingt, zeigt ein jetzt vor dem Amtsgericht Unna verhandelter Fall.

Inzwischen werden auch Trainer häufiger verwarnt – hier Marco Rose von Borussia Mönchengladbach. Im Fußball soll es wieder mehr Respekt geben.

Inzwischen werden auch Trainer häufiger verwarnt – hier Marco Rose von Borussia Mönchengladbach. Im Fußball soll es wieder mehr Respekt geben. © picture alliance/dpa

Als BVB-Fan bei seinem ersten Auswärtsspiel wollte ein 21 Jahre alter Unnaer anderen Fans imponieren. Er versuchte das, indem er Polizeibeamte mit Worten und Gesten beleidigte. Vor dem Amtsgericht brachte ihn das nun in Erklärungsnöte.

Die Stimmung unter den Fans war bereits im Bus aufgeheizt und der Alkohol tat sein Übriges. Als die Fans am 9. August zum Pokalspiel beim KFC Uerdingen reisten, hieß das Ziel Düsseldorf. Uerdingen trug sein Pokalspiel wegen des großen Zuschauerandrangs im dortigen Bundesliga-Stadion aus.

Unnaer zeigt „Stinkefinger“

Der Blick des jungen Unnaers fiel auf eine Gruppe Polizisten. Ihnen zeigte er daraufhin ohne irgendeinen Anlass den Mittelfinger und beschimpfte sie unter anderem mit dem bekannten Spruch „All cops are bastards“ (sinngemäß: „Alle Bullen sind Schweine“). Das hatte eine Strafanzeige zur Folge.

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„Ich schäme mich dafür“, erklärte der 21-Jährige nun in seiner Verhandlung und räumte den Vorwurf damit ein. Er sei betrunken gewesen. Einen Grund, warum er den „Stinkefinger“ zeigte, habe es nicht gegeben. Sein Verteidiger erklärte, das Ganze sei dem Unnaer sehr peinlich: „Denn das ist ja eigentlich Kindergarten.“

Stadionverbot droht

Die Jugendrichterin warnte den Angeklagten vor einer Wiederholung. Irgendwann könne es ansonsten auch ein Stadionverbot geben. „Es sollte ein Hobby sein. Es sollte Spaß machen – allen Beteiligten“, betonte sie.

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Das Geständnis und die gezeigte Reue sorgten aber dafür, dass der Unnaer eine Chance erhielt: Gegen 400 Euro Geldbuße wurde sein Verfahren vorläufig eingestellt. Ist das Geld eingegangen, hat sich die Sache für den Unnaer zumindest juristisch erledigt.

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