Buschstraße krötensicher: Erster Schutzzaun für wandernde Amphibien in Unna ist errichtet

dzNaturschutz

Mit dem Frühling naht die Zeit der Amphibienwanderung. Noch bevor Kröte, Molch und Co. ihrem Fortpflanzungstrieb nachkommen, werden die ehrenamtlichen Naturschützer aktiv. Der erste Zaun steht.

Billmerich

, 26.02.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Buschstraße in Billmerich gehört zu den Stellen im Unnaer Stadtgebiet, an denen wandernde Kröten besonders gefährdet sind. Wenn es im Frühjahr wärmer wird, zieht es Amphibien zu Gewässern, in denen sie ihren Laich ablegen. Zahlreiche Erdkröten, Bergmolche und Grasfrösche überwintern in Wiesen in der Bauernkuhle oder in Gärten nördlich der Buschstraße und wandern jetzt bald nach Süden zu ihren Teichen. Dazwischen liegt für sie die Straße.

Nachts noch zu kalt und zu trocken

“Die erste wandernde Kröte habe ich schon gesehen“, sagt Andreas Förster vom Naturschutzbund (Nabu). Er verantwortet den Krötenschutz in Billmerich seit vielen Jahren und weiß, wie die Welt der Amphibien „tickt“. Für Wanderungen in größeren Mengen sei es in den Nächten noch zu kalt und zu trocken, sagt Förster. „Aber für das kommende Wochenende sind Niederschläge angekündigt.“ Dank eines Arbeitseinsatzes am vergangenen Wochenende sind die Tiere nun so gut es geht geschützt, wenn sie losziehen. Förster hat mit einigen Mitstreitern wie in jedem Jahr einen Schutzzaun entlang der Buschstraße aufgebaut. Er führt von der Liedbachschule bis zur Abzweigung an der Waldstraße und ist rund 250 Meter lang. Trifft eine wandernde Kröte auf den Zaun, biegt sie nach rechts oder links ab. Instinktiv versuchen die Tiere, auf die andere Seite zu kommen, weil es sie zu den Teichen zieht. Alle zehn bis zwölf Meter ist am Zaun ein Eimer vergraben. Die Kröten fallen während ihrer nächtlichen Wanderung hinein und sind so vor dem Tod unter Autoreifen bewahrt. Im Eimer liegt Moos, damit sich die Amhibien ein wenig verstecken können.

Kinder helfen Kröten über die Straße

Morgens kommen dann die Helfer, die dieses Naturschutzprojekt zu einem besonderen machen. Kinder der Liedbachschule leeren die Eimer. Sie nehmen die in der Nacht hineingefallenen Tiere heraus und bringen sie gefahrlos auf die andere Straßenseite. Bei diesem Arbeitsgang zählen die Kinder auch die gefundenen Tiere. So ergibt sich Jahr für Jahr ein kleines Lagebild von der Situation der Amphibien in Billmerich. Im Jahr 2018 wurden 202 Erdkröten gezählt, außerdem fünf Molche. „Das ist ein guter Durchschnitt“, sagt Andreas Förster.

Naturschutz und Schule profitieren

Er allein könne diese Arbeit unter der Woche aus beruflichen Gründen nicht leisten. Deswegen sei die Hilfe der Schule so wichtig. Für die Schule wiederum ist das Projekt auch ein Gewinn. Der Amphibienschutz wird Teil des Unterrichts. Naturschutz ist fester Bestandteil im Schulprogramm der Liedbachschule, die sich als „Schule im Grünen“ profiliert.

Weitere Informationen über den Amphibienschutz und über Aktivitäten und Ansprechpartner vor Ort gibt es auf der Internetseite des Nabu: www.nabu.de.
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