Büsche wachsen aus alten Baugruben am Katharinen-Hospital Unna

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An Baugruben an der Oberen Husemannstraße ist so lange nichts passiert, dass sich schon neue Vegetation breit macht. Und Gefahrenquellen sind die Gruben obendrein.

Unna

, 22.10.2018, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die sehbehinderte Frau ist sauer. Beinahe wäre sie an der Oberen Husemannstraße in Höhe des Katharinen-Hospitals in eine Baugrube gefallen. Die war nicht so gesichert, wie es sein soll. „Mit meinem Stock hätte ich nicht bemerkt, dass da eine Grube ist“, sagt die Unnaerin. Ihr Begleiter habe sie rechtzeitig gewarnt – nur deshalb sei es das Ganze glimpflich ausgegangen.

„Unsere Trupps sind jeden Tag in der Stadt unterwegs. Wenn sie sehen, dass irgendwo Sperrgitter beseitigt oder geöffnet wurden, beheben sie das Problem sofort“, sagt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld auf Anfrage unserer Redaktion. Dass es zu gefährlichen Situationen wie an der Oberen Husemannstraße komme, sei aber nicht ganz auszuschließen. „Man sieht, dass die Absperrung ganz bewusst beiseite geräumt wurde und Verbindungen gelöst wurden.“

Es gilt also grundsätzlich, vorsichtig zu sein. Allerdings ist die Situation in der Nähe des Katharinen-Hospitals gleich in mehrfacher Hinsicht unbefriedigend: Schon vor der Schonzeit, in der Hecken, Gebüsche und andere Gehölze nicht stark beschnitten werden dürfen, wurden dort Bäume beseitigt – also vor dem 1. März.

Passiert ist seitdem nichts. Längst hat die Vegetation wieder das Zepter übernommen, wachsen neue Gehölze in den Gruben.

„Es ist geplant, dort einen Fußgängerüberweg zu schaffen, der auch mit taktilen Elementen ausgestattet werden soll“, erklärt Ueberfeld. Wann das passieren soll, kann er allerdings nicht sagen. Das bedeutet zugleich, dass es auch weiterhin eine potenzielle Gefahrenquelle bleibt. Insbesondere Menschen, die vom Verwaltungsgebäude des Katharinen-Hospitals über die Treppe zur Oberen Husemannstraße gelangen, sollten vorsichtig sein, nicht in die Grube zu fallen.

Passanten sollten die Absperrungen nicht selbst verrücken, denn die einzelnen Elemente müssen korrekt miteinander verbunden werden. Ein Hinweis an die Stadt erscheint da sinnvoller.

Der Fall Obere Husemannstraße erinnert an eine ähnliche Situation an der Wasserstraße. Dort wurde nach dem Sturm „Friederike“ ein Baum entnommen, das Pflaster ließ die Stadt Unna aber offen liegen. Ein paar Sperrbaken sorgten dafür, dass die Verwaltung ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkam. Schön war das Ganze aber nicht – und letztlich waren es die Bündnisgrünen, die das Loch bepflanzten und so ein Zeichen setzten.

Dass die Umgestaltung von Kreuzungen zur Verbesserung der Sicherheit von Fußgängern allerdings auch zügig durchgeführt werden kann, hatte sich zuletzt an der Kreuzung der Hertingerstraße mit dem Stadtring gezeigt. Dort wurden binnen weniger Tage die Überwege modernisiert und ebenfalls mit taktilen Elementen versehen, die Sehbehinderten mehr Sicherheit bieten sollen.

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