Bürgerverein Alte Heide sieht sich finanziell gut gerüstet für Übernahme des Vereinsheims

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Der Bürgerverein Alte Heide setzt alles daran, das Vereinsheim zu erhalten. Er hat Kontakt zu Fraktionen und fraktionslosen Ratsmitgliedern aufgenommen.

Alte Heide

, 28.10.2018, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass Lionel Lach und Tim Großeheilmann einen Samstagvormittag am Sportplatz Alte Heide verbringen, ist nicht ungewöhnlich. Insbesondere nach Vermietungen des Vereinsheims sehen der Vorsitzende des Bürgervereins Alte Heide und der Vorsitzende des Fußballvereins TuS Alte Heide gerne nach dem Rechten. Am Freitagabend war wieder so eine Feier.

Vermietungen wichtiger Aspekt

Eine Feier, von der kaum jemand etwas mitbekommt, weil sich niemand am Lärm stört, der dort gemacht wird. Das Gebäude liegt am Rande des Industriegebietes, in unmittelbarerer Nähe zur geplanten Rettungswache Nord. „Wir haben viele Vermietungen und auch gleich kommt wieder jemand, der das Heim mieten will“, sagt Lach. Die Vermietungen sind ein wichtiger Aspekt, wenn der Bürgerverein deutlich macht, wie er das Vereinsheim retten will. Er hat ein Konzept vorgelegt und nennt darin zudem zahlreiche Sponsoren, die er bereits gefunden hat. Zudem haben viele Vereine Verträge abgeschlossen, die das Heim für ihre Arbeit nutzen möchten. „Und die kommen längst nicht nur aus Alte Heide“, sagt Großeheilmann.

Der Bürgerverein hat Kontakt zu allen Ratsfraktionen, aber auch zu allen fraktionslosen Ratsmitgliedern aufgenommen, wollte sie informieren und hat sie eingeladen, sich das Heim anzuschauen. Die Resonanz war unterschiedlich. FLU und Linke etwa sind ohnehin für den Erhalt, sind auch ohne Ortstermin überzeugt.

CDU besichtigt Gebäude

Auch die CDU macht sich für den Erhalt stark, will das bürgerliche Engagement würdigen. Dennoch kommen Teile der CDU-Fraktion an diesem Samstagvormittag zum Sportplatz. Einige Politiker kennen das Heim gar nicht und möchten noch einmal sehen, worüber sie in der Ratssitzung am Mittwoch, 31. Oktober (17 Uhr, Ratssaal), möglicherweise abstimmen. Die CDU möchte eine Entscheidung erst im Dezember fällen.

Dass der wenig genutzte Sportplatz des TuS nicht zu retten ist und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft zur Vermarktung zur Verfügung gestellt werden soll, ist sicher. Die sportliche Zukunft des TuS ist noch ungewiss. „Wir wissen noch nicht, wo wir spielen werden“, sagt Großeheilmann. Er setzt alles daran, das Vereinsheim zu erhalten. „Hier ist doch nichts marode, alle Geräte inklusive der Schankanlage funktionieren“, sagt der Fußballer.

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Vereinsheim TuS Alte Heide

Das Vereinsheim des TuS Alte Heide beschäftigt die Politik in Unna. Einen Abriss und die Vermarktung der Fläche will der Bürgerverein Alte Heide verhindern. Diese Fotos zeigen den Zustand des gebäudes Ende Oktober 2019.
28.10.2018
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Das Entree zum Vereinsheim des TuS Alte Heide ist einladend und modern gestaltet. Das Gebäude befindet sich auf einem etwa 1700 Quadratmeter großen Grundstück.© Dirk Becker
Der zuletzt vor etwa zwei Jahren renovierte Vereinsraum bietet mit einer Theke eine gute Gelegneheit zum Feiern. Er wird auch jetzt schon an privatleute vermietet und soll zunächst so bleiben, wie er ist.© Dirk Becker
Ein Schild erinnert an die Energetische Sanierung des Vereinsheim mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II.© Dirk Becker
Die Heizungsanlage ist etwa 20 Jahre alt. Sollte das Vereinsheim umgebaut werden, würde der Energiebedarf gesenkt. Aktuell wird mehr Energie gebraucht, um die sanitären Anlagen im Kabinenbereich zu heizen. © Dirk Becker
Die Küchenzeile ist nicht die neueste, allerdings funktionieren alle Geräte einwandfrei.© Dirk Becker
Dieser Kabinenraum soll in ein Büro umgewandelt werden. Mehrere Vereine könnten dort eigene Arbeitsplätze nutzen. Interesse daran hat zum Beispiel der Deutsch-Polnische Kulturverein Unna.© Dirk Becker
Bei einem Umbau soll die Tür im Vordergrund verschwinden und dort, wo der Bodenfliesenspiegel endet, eine Wand eingezogen werden. Dadurch würden die bereits beheizten Toilettenräume für Damen und Herren (rechts) von außen in das Innere des Gebäudes geholt.© Dirk Becker

Tatsächlich macht das Heim trotz einer etwas in die Jahre gekommenen Küchenzeile einen sehr gepflegten Eindruck, als Lach und Großeheilmann ihre Gäste durch das Haus führen. Lach erläutert, wie aus den Außentoiletten durch eine zusätzliche Wand Innentoiletten werden können und wie einfach es ist, das Behinderten-WC wieder in Betrieb zu nehmen. Weil der Kabinenbereich, der zu einem Gesellschaftsraum und einem Büro umgebaut werden soll, abgetrennt vom Vereinsraum ist, der unverändert bleibt, könnten die Umbauarbeiten problemlos erfolgen.

Mitglieder packen an

Der Bürgerverein will vieles selbst machen, kalkuliert mit 10.000 Euro Umbaukosten. „Für Privatleute oder die Stadt würde es teurer“, weiß Lach. Weil die mehr als 50 Mitglieder des Vereins aber viel Herzblut in die Sache steckten, sei ein Umbau gut zu realisieren. „Der Bürgerverein hat nachgewiesen, dass er die Mittel hat, das Gebäude auf Dauer zu unterhalten und dabei sogar noch Rücklagen zu bilden“, sagt CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich. „Was will man noch mehr?“

Sparen auch ohne Abriss

Lach und Großeheilmann unterstreichen unterdessen, dass auch mit dem Erhalt des Vereinsheims das Ziel der Stadt, Geld zu sparen, erreicht werde. Das Gebäude bleibe als Vermögenswert in der Bilanz, die Unterhaltungskosten für die Stadt verschwänden und die Abrisskosten fielen nicht an, argumentieren sie. Fröhlich weiß zu berichten, dass die WFG den Sportplatz zwar gut vermarkten könne, WFG-Geschäftsführer Michael Dannebom habe ihm aber auch gesagt, dass das ungünstig geschnittene Grundstück, auf dem das Vereinsheim steht, weit weniger interessant sei.

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