Bürgerverein Alte Heide kündigt Widerstand an

dzAbrisspläne für Vereinsheim

Der Bürgerverein Alte Heide wehrt sich gegen die Pläne der Stadtverwaltung, das Vereinsheim abreißen zu lassen. Für Montag kündigt der Verein ein Konzept zum Erhalt des Gebäudes an, das Verwaltung und Politik vor der Sportausschusssitzung am Mittwoch erhalten sollen.

Alte Heide

, 07.10.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Juli war die Hoffnung noch groß: Gemeinsam zeigten Mitglieder des TuS Alte Heide und des Bürgervereins der Beigeordneten Kerstin Heidler und Jugendamtsleiter Heinz-Dieter Edelkötter das Vereinsheim an der Dreherstraße, wiesen auf kürzlich erfolgte Renovierungsarbeiten hin und betonten das Potenzial dieses Gebäudes als Treffpunkt für den Ortsteil Alte Heide. Schon damals war klar: Die Stadtverwaltung sähe das Gebäude lieber abgerissen und die frei werdende Fläche vermarktet. Der Sportplatz wird kaum noch genutzt: Nur noch eine Herrenmannschaft und das Altherrenteam trainieren dort.

Doch die Vereinsmitglieder zeigten sich optimistisch, mit einem neuen Betreiberkonzept das 25 Jahre alte Gebäude erhalten zu können. Dieses Konzept wollen sie nun am 8. Oktober der Stadtverwaltung und der Politik vorlegen – kurz vor der Sportausschuss-Sitzung zwei Tage später, auf deren Tagesordnung der Abriss des Gebäudes steht.

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In einer Rundmail an die Vereinsmitglieder ruft der Vorsitzende des Bürgervereins Alte Heide, Lionel Lach, dazu auf, die Sportausschusssitzung am Mittwoch zahlreich zu besuchen. Auf der Tagesordnung steht eine Beschlussvorlage der Verwaltung, die die Aufgabe des Sportgeländes inklusive des Vereinsheims zum 30. Juni 2019 empfiehlt – so könnten künftig bis zu 38.000 Euro im Jahr eingespart werden.

Das Gelände soll dann über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Unna (WFG) vermarktet werden. Der Vorschlag des Bürgervereins Alte Heide, das Vereinsheim aus der zu vermarktenden Fläche herauszunehmen, um es künftig als „Bürgerhaus“ für den Ortsteil betreiben zu können, war vor der Sommerpause von der CDU-Fraktion aufgegriffen worden. Der Beschluss über die Aufgabe des Sportplatzes war daraufhin aufgeschoben worden, um Gespräche mit dem Bürgerverein über eine zukünftige Nutzung zu führen.

Bürgerverein Alte Heide kündigt Widerstand an

Mit Umbauplänen und einem neuen Konzept wollen die Mitglieder der Vereine aus Alte Heide das Vereinsheim erhalten. © Marcel Drawe

Diese scheinen die Stadtverwaltung jedoch nicht überzeugt zu haben: „Im Ergebnis stehen der sozialräumliche Nutzen und die bestehenden Risiken nicht im Verhältnis zu den zusätzlichen Kosten beziehungsweise Mindereinnahmen bei Abgabe des Vereinsheims an den Bürgerverein, sodass die vollständige Aufgabe der Sportanlage inklusive Vereinsheim empfohlen wird“, heißt es in der Vorlage.

Von „Mindereinnahmen in sechsstelliger Höhe“ spricht die Verwaltung, wenn man die 1700 Quadratmeter umfassende Fläche des Vereinsheims aus der geplanten Vermarktung herausnehmen würde. Zudem spreche die Stadtrand-Lage, die Lage mitten im Gewerbegebiet sowie der „strukturelle Bevölkerungsanteil Alte Heides“ gegen eine Beibehaltung des Vereinsheims, so die Einschätzung.

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Gerade die Lage sieht der Bürgerverein als einen Vorteil des Vereinsheims: Das Gebäude sei sowohl mit Autos als auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen und durch die Lage im Gewerbegebiet würden auch keine Nachbarn gestört, wenn das Gebäude für Feierlichkeiten genutzt würde. Vor allem für Jugendliche aus Alte Heide sei das Gebäude ideal als Treffpunkt, zumal es ein solches Angebot im Ortsteil bisher nicht gebe.

Die Stadtverwaltung verweist dagegen darauf, dass für größere Veranstaltungen beispielsweise die Möglichkeit bestünde, in der örtlichen Gastronomie Räume anzumieten. Auch für gelegentliche Vorstandssitzungen der Vereine des Ortsteils stünde nach Absprache der Besprechungsraum der Feuerwehr zur Verfügung.

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