Boom bei Unnas Bürgerschützen: Verein will im Bornekamp neue Schießbahnen bauen

dzSchießsport

Ein Traditionsverein liegt wieder im Trend: Unnas Bürgerschützen erfahren starken Zulauf beim Sportschießen. Inzwischen stellt das den Verein vor eine kostspielige Herausforderung.

Unna

, 20.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bürgerschützen gelten als ältester Verein Unnas. Mindestens seit 1777 bestehen sie als fester Verein. Erste Erwähnungen datieren schon aus dem Jahr 1419. Zwischenzeitlich sah es nicht gut aus um die Zukunft des Traditionsvereins. Jetzt aber erfährt er starken Zustrom.

Seit der Vereinskrise, die mit der Wahl des aktuellen Vorstandes 2017 abgeschlossen wurde, hat sich die Zahl der Mitglieder stark erhöht. Inzwischen besteht der BSV wieder aus fast hundert Mitgliedern.

Das wiederkehrende Interesse am Schützenwesen entsteht offenbar über den Sport. Gerade das Wettkampfschießen mit dem Luftgewehr und der Luftpistole erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Lange Wartezeiten bei den Trainingsterminen

Über den Schießsport würden manche der Neumitglieder dann auch zur Brauchtumspflege finden, wie sie sich in Uniformen und Königsschießen an der Vogelstange zeigt. Zunächst aber muss der Verein den Ansturm erst einmal handhaben können.

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Im Schützenheim am Bornekamp, das zugleich Schießstand des Vereins ist, geht es derzeit reichlich eng zu. Die fünf Bahnen für das Schießen mit Luftdruckwaffen sind überlastet. Wartezeiten im Training sind daher häufig.

Der Verein schmiedet daher Pläne für einen Ausbau. Fünf weitere Bahnen könnten deren Zahl auf zehn verdoppeln. Der Verein könnte seinen Trainingsbetrieb optimieren, aber auch Wettkämpfe mit überörtlicher Bedeutung in Unna ausrichten. Zurzeit weicht er für Rundenwettkämpfe und Ligaschießen in Nachbarstädte aus.

Denkbar sei aber auch, dass mit den besseren Bedingungen für den Sport die Zugkraft des Vereins weiter zunimmt und noch mehr neue Mitglieder kommen, erklärt Pressewartin Sarah Göldner ein Szenario, das der Verein zurzeit diskutiert.

Boom bei Unnas Bürgerschützen: Verein will im Bornekamp neue Schießbahnen bauen

Zwischen dem heutigen Schützenheim und dem Zaun zur Bornekampstraße ist noch Platz. Dort könnte ein Anbau entstehen, mit dem der Bürger-Schützen-Verein Unna fünf weitere Bahnen für Luftgewehr und -pistole schaffen will. © BSV Unna

Neue Schießbahnen erfordern einen Anbau am Vereinsheim

Der Bau von zehn neuen Schießbahnen ist für den Verein eine Herausforderung. Genehmigungsrechtlich habe der Verein bereits positive Signale von den Behörden erhalten. Aber der Bau wäre auch mit Kosten verbunden, die zwar noch nicht genau ermittelt sind, aber eben gedeckt werden müssen. Luftgewehrschießen ist über die Jahrzehnte hinweg eine Präzisionsdisziplin geworden, bei der das Trefferbild guter Schützen nur elektronisch korrekt ausgewertet werden kann. Doch voll zur Geltung kommt die Präzision der Waffen nur in geschlossenen Räumen ohne Windzug. Die Schützen müssen schlichtweg anbauen.

Verein denkt auch über höhere Mitgliedsbeiträge nach

Die exakte Quadratmeterzahl eines Anbaus lässt sich zurzeit nur grob abschätzen, weil auch innerhalb des bestehenden Schützenheimes noch etwas Platz durch eine andere Anordnung der Bahnen gewonnen werden kann. Doch fünf neue Bahnen mit zehn Metern Schießdistanz und einer ausreichend breiten Verkehrsfläche hinter den Schützen verlangen nach neuen Mauern.

Denkbare Finanzierungsmöglichkeiten liegen in einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, in einem Bankdarlehen und etwaigen Fördermitteln. Eigenleistungen handwerklich ausgebildeter Mitglieder können dazu beitragen, Kosten zu beschränken.

Bei einer Versammlung gaben die Mitglieder dem Vorstand nun den Arbeitsauftrag, das Projekt weiterzuplanen, um ein Konzept für einen möglichst kostengünstigen Ausbau zu erstellen. Das Thema soll nun zügig bearbeitet werden. Bereits Anfang 2020 soll es eine weitere Versammlung geben, bei der der Verein das weitere Vorgehen abstimmen will.

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