Gelebte Gemeinschaft: Ein Bücher-Tausch-Regal für Hemmerde

dzDorfleben

Es gibt überall Dörfer, die klagen immer wieder über fehlende Infrastruktur. Und es gibt Hemmerde. Dort packen die Menschen an, um etwas für die Gemeinschaft zu schaffen.

Hemmerde

, 25.10.2019, 11:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie gut die Gemeinschaft in Hemmerde ist, zeigte sich zuletzt schon beim Hemmerder Dorf-Trödel. Zahlreiche Dorfbewohner bauten Stände auf und machten Hemmerde zu einem bunten Marktplatz, der so manches Schnäppchen bot.

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Literarische Schnäppchen können die Hemmerder jetzt allerdings auch machen. Im Vorraum der Volksbank an der Hemmerder Dorfstraße 62. Kurios: Den Schrank selbst hat die benachbarte Sparkasse gespendet. Auch die Kreditinstitute machen also gemeinsame Sache fürs Dorf.

Idee aus dem Internet

Entstanden ist die Idee in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Hemmerde, wenn...“. Eine Dorfbewohnerin fragte, ob nicht jemand einen geeigneten Standort für einen Bücherschrank wisse. Infrage kamen dafür die beiden Banken. Weil der Vorraum der Volksbank auch ohne Karte zu betreten, wettergeschützt und zudem videoüberwacht ist, fragte Meike Gräfingschulte dort nach. Und sie stieß auf Begeisterung bei Filialleiterin Julia Engel. Nach einem Ok von deren Vorgesetzten war ein Standort gefunden.

Erfolgreiches Netzwerken

Im Internet fragte Gräfingschulte, ob jemand ein Regal übrig habe und es spenden könne. Sparkassen-Mitarbeiter Matthias Krähling meldete sich: „Tolle Idee. Wenn der Bücherschrank schon in der Volksbank steht, kümmert sich die Sparkasse um das Regal. Kläre das morgen.“ Gesagt, getan: Meike Gräfingschulte hat ein passendes Regal gekauft, die Sparkasse hat es bezahlt.

Gelebte Gemeinschaft: Ein Bücher-Tausch-Regal für Hemmerde

Skeptische Blicke bei (v.l.) Julia Engel, Meike Gräfingschulte, Matthias Krähling und Ernst Otto Derwald: Der Aufbau des Regals gestaltetet sich schwieriger als gedacht. © Dirk Becker

Als unerwartet schwierig erwies sich allerdings der Aufbau des Möbelstücks. Neben Meike Gräfingschulte, Julia Engel und Matthias Krähling halfen auch Ernst Otto Derwald und Jessica Thomas dabei. Bis geklärt war, wo welches Brett wie hingehört, dauerte es ein paar Minuten. Dann aber wurde geschraubt und gehämmert – und wenig später standen die ersten Bücher im Regal.

Meike Gräfingschulte hat Beschriftungen für verschiedene Rubriken angebracht. Das soll für Ordnung sorgen und hilft sicher auch, dass Kinder beim stöbern nicht unbedingt über ein Sachbuch über den Ersten Weltkrieg stolpern.

Gelebte Gemeinschaft: Ein Bücher-Tausch-Regal für Hemmerde

Meike Gräfingschulte und ihr Sohn Johann (1) brachten die Rubrikenhinweise an. Sie sollen für Ordnung im Regal sorgen. © Dirk Becker

Nehmen, lesen und geben

Das Prinzip öffentlicher Bücherschränke ist bekannt: Jeder Interessierte kann sich ein Buch herausnehmen und neue hinzustellen oder das entnommene Buch nach dem Lesen wieder zurückbringen. Die Bücher sollten in einem guten Zustand sein. Die Initiatoren hoffen, dass viele Hemmerder dieses Angebot nutzen werden, das das Leben im Dorf bereichert.

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