Böller an den Kopf geworfen: Schülerin in Unna leicht verletzt - Polizei sucht Zeugen

dzKörperverletzung

Auf einem Schulhof in Unna ist eine Schülerin mit einem angezündeten Böller angegriffen worden. Der Böller flog gegen ihren Kopf und explodierte am Boden. Vom Täter fehlt bisher jede Spur.

Unna

, 13.01.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Schülerin des Märkischen Berufskollegs in Unna ist am Montagmorgen mit einem Böller angegriffen worden. Sie war gegen 9.20 Uhr auf dem Schulhof, als ihr ein angezündeter Böller gegen den Kopf geworfen wurde. Der Sprengkörper prallte ab, fiel zu Boden und explodierte direkt vor den Füßen der 17-Jährigen. Sie wurde dadurch leicht verletzt.

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Soweit bekannt, sei die Schülerin nicht ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte Polizeisprecher Christian Klein. Das Opfer selbst oder ein Erziehungsberechtigter habe nach dem Vorfall Anzeige bei der Polizei erstattet.

Es gebe bisher keine Hinweis auf die Täterin oder den Täter. Die Person, die den Böller warf, musste sich auf dem Schulhof befinden. Soweit konnte die Polizei den Vorfall bisher rekonstruieren. Die angegriffene Schülerin gab an, dass sie nicht gesehen habe, wer den Sprengkörper geworfen hatte. Ob der Täter ein Mitschüler oder ein Außenstehender war, sei unbekannt, so Stein.

Böller an den Kopf geworfen: Schülerin in Unna leicht verletzt - Polizei sucht Zeugen

Auf einem Hof des Märkischen Berufskollegs geschah der Angriff mit einem Böller. © Marcel Drawe

Kein Dummejungenstreich, sondern Körperverletzung

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um Dummejungenstreiche handelt, andere Personen mit Böllern zu bewerfen, sondern um Straftaten. In diesem Fall werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Zeugen

Hinweise bitte an die Polizei

Die Polizei sucht Zeugen, die etwas von dem Vorfall am Montagmorgen am Märkischen Berufskolleg mitbekommen haben. Wer Hinweise oder die Täterin oder den Täter liefern kann, ruft an unter Tel. (02303) 921-3120.

Böller oder Raketen zu zünden, ist nur an Silvester und Neujahr erlaubt. Wer an anderen Tagen Feuerwerk einsetzen möchte, braucht eine Genehmigung dafür. An diese Regeln hält sich aber nicht jeder. Polizeisprecher Stein bestätigt vereinzelte Fälle von Böllern nach dem 1. Januar. Und sehr wahrscheinlich wird auch nicht jede Zündung zur Anzeige gebracht. „Es scheint noch Leute zu geben, die ihren Vorrat nicht aufgebraucht haben“, sagt Stein. Immer wieder würden auch Böller in Mülltonnen geworfen. „Das ist nicht ungefährlich“, sagt der Polizeisprecher.

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Schwere Verletzungen möglich

Hoch ist vor allem das Risiko für schwere Verletzungen. Eine gemeinsame Veröffentlichung der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) macht deutlich, welche zerstörerische Kraft in den Knallkörpern steckt: Zu den häufigsten Verletzungen bei unsachgemäßem Gebrauch gehören demnach tiefe Verbrennungen sowie abgetrennte Finger oder Fingerglieder. Handverletzungen durch Böller seien oft so schwer, dass sie die Lebensqualität langfristig einschränken, heißt es von DGH und DGOU.

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