Der letzte Tag der Blutbuche an der Unnaer Post ist bestimmt

dzNaturdenkmal

Die Nachricht von der bevorstehenden Fällung der alten Blutbuche an der Post hat in Unna Bedauern ausgelöst. Das Naturdenkmal in der Innenstadt erhielt sogar Abschiedsbesuche. Nun naht sein letzter Tag.

Unna

, 18.11.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie alt genau die große Buche am historischen Postgebäude in Unna am Ende geworden sein wird, steht mit Gewissheit erst fest, wenn im Stamm die Jahresringe gezählt werden können. Dass dies nun bald der Fall sein wird, hat in Unna großes Bedauern ausgelöst.

Nach Bekanntwerden der Nachricht war die Buche regelrechtes Stadtgespräch. Viele Passanten steuerten sie an, um sie noch einmal ganz bewusst wahrnehmen zu können. Einige schossen noch ein Foto zur Erinnerung.

Blutbuche an der Post schon in den 80ern als Naturdenkmal eingestuft

Bäume dieser Größenordnung sind selten in der Innenstadt. Die herausragende Bedeutung der Blutbuche am Postamt hat der Kreis Unna schon in den 1980er-Jahren mit der Anerkennung als Naturdenkmal unterstrichen.

Jetzt lesen

Nun allerdings hat der Kreis den Schutz dieses Baumes aufgehoben und den Eigentümer des Postgebäudes angewiesen, die Buche zu fällen. Der Baum zeigt eindeutige Symptome der Buchenkomplexkrankheit, ist auf Dauer nicht mehr standsicher und daher eine Gefahr für die Besucher der Innenstadt.

Naturdenkmal geht am Samstag in gut vier Stunden zu Boden

Bis zum Weihnachtsmarkt sollte der Baum daher gefällt werden, hat der Kreis dem Eigentümer aufgetragen. Diese Fristsetzung hält der Vermieter von Post und Postbank ein: Am kommenden Samstag soll der Baum fallen.

Die Arbeiten und die damit verbundenen Beeinträchtigungen für den Verkehr auf der unteren Bahnhofstraße sind dem Ordnungsamt der Stadt für ein Zeitfenster von 6.30 bis 11 Uhr angezeigt worden.

Der Baum wird vermutlich nicht an einem Stück umgelegt, sondern vom Hubsteiger aus Stück für Stück weggeschnitten. Zerteilt werden müsste er für den Abtransport ohnehin, und mit dem kontrollierten Herunterschneiden bleibt der Arbeitsbereich kompakter.

Die nördliche Innenstadt Unnas verliert viel Grün

Der Kreis Unna hat dem Eigentümer die Kostenübernahme für eine Neuanpflanzung zugesagt. Gleichwohl wird es Generationen dauern, bis ein neu gepflanzter Baum derart groß und ökologisch wertig ist, wie es zuletzt die Buche an der Post war.

Die Fällung des Naturdenkmals dürfte nicht die einzige in dem Bereich bleiben. Auch zwei Kastanien am Königsborner Tor müssen beseitigt werden, wenn das geplante Einkaufszentrum auf dem Gelände der Mühle Bremme gebaut wird und eine neue Freitreppe zur Fußgängerunterführung an der Bahn entsteht. Diese beiden Bäume gelten nicht als Naturdenkmäler, sind aber dennoch von großem Wuchs.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verkehr
Wieder eine neue Idee für den Schulstraßen-Parkplatz: Parkplätze ja, aber nicht für alle