Blumenbeete machen Fahrradstraße sicherer und schöner - und Bürger helfen mit

dzPlatanenallee

Blumenbeete sollen den neuen Charakter der Platanenallee als Fahrradstraße unterstützen. Parkende Autos lassen sich ohne dicke Steine nicht fernhalten. Erfreulich ist, dass Anwohner sich engagieren.

Unna

, 23.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einigen Wochen ist die Platanenallee eine Fahrradstraße. Neue Blumenbeete und Parkverbote sollen den neuen Charakter der Straße unterstützen. Und Anwohner helfen mit.

Blumen statt Asphalt zwischen Platanen

Zunächst im Abschnitt zwischen dem Kreishauskreisel und der Parkstraße hat die Stadt Unna in einigen Feldern zwischen den dicken Platanenstämmen Asphalt und Schotter entfernen und ein lockeres Granulat einfüllen lassen. Dann wurden Blumen eingepflanzt. Man sei dankbar, dass die Anregung dazu vom ADFC gekommen sei, erklärte Kai Weile vom städtischen Tiefbauamt. ADFC-Sprecher Helmut Papenberg wiederum, der sonst nicht mit Kritik an Behörden geizt, lobt, dass seine Idee kurzfristig umgesetzt worden sei. Möglich war das, weil in einem Finanztopf des Tiefbauamts für Flächenentsiegelung noch Geld übrig war.

Parkverbot mit Schildern und dicken Steinen

Parkverbote am Straßenrand flankieren die neue Verkehrsregelung. Das Auto spielt gegenüber dem Fahrrad jetzt auf der Platanenallee eine untergeordnete Rolle. Radfahrer können die Straße auf allen Abschnitten in beide Richtungen befahren, auch nebeneinander. Autofahrer müssen im Zweifel bremsen und geduldig hinterherfahren - mit maximal Tempo 30 ohnehin.

Kontakt

Mehr Beetpaten gesucht

  • Wenn sich weitere Anwohner der Platanenallee um Blumenbeete am Straßenrand kümmern möchten, kann die Stadt weitere Flächen entsiegeln und für Pflanzen herrichten.
  • Wer Interesse hat, meldet sich bitte bei Kai Weile, Tel. 0178 888 23 09.

Rund zwölf Parkplätze gibt es jetzt weniger an der oberen Platanenallee. Parken keine Autos mehr zwischen den Bäumen, können auch keine unvermittelt aufklappenden Türen mehr Radfahrer gefährden. Ohne physische Sperren aber geht es wohl nicht. Massive Steinklötze hat das Tiefbauamt noch nachträglich in die neuen Beete legen lassen.

Anwohner engagiert als Beetpaten

Die Beete sollen die Allee noch schöner machen. Papenberg regte nicht nur die Flächenentsiegelung an. Er bemühte sich auch erfolgreich darum, dass die neuen Beete langfristig gepflegt werden - ehrenamtlich: Einige Anwohner erklärten sich bereit, die Pflanzen bei Trockenheit zu wässern und hin und wieder „Unkraut“ zu jäten. Sie können auch auf Wunsch neue Pflanzen einsetzen. Diese Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bürger funktioniere auch an anderen Stellen schon gut, so Weile, zum Beispiel an der Friedrich-Ebert-Straße.

Baumwurzeln haben die Gehwegplatten und Kantensteine teils gefährlich hochgedrückt. Die Stadt sagt eine Ausbesserung des Bürgersteigs zu.

Baumwurzeln haben die Gehwegplatten und Kantensteine teils gefährlich hochgedrückt. Die Stadt sagt eine Ausbesserung des Bürgersteigs zu. © Raulf

Sanierung des Gehwegs geplant

Damit nun beim Bewundern von Lavendel, Purpurglöckchen, Storchschnabel und Salbei niemand stolpert, ist noch eine weitere Baumaßnahme geplant. Die Stadt kündigt an, die inzwischen erheblichen Stolperfallen im Gehweg zu beseitigen. Baumwurzeln haben die Platten hochgedrückt. Diese Schäden sollen bald behoben werden, zunächst zwischen Kreisel und Parkstraße.

Wie kürzlich berichtet sieht man im Rathaus inzwischen auch Chancen, demnächst eine Sanierung der Straßendecke finanziert zu bekommen. Die Stadt bewirbt sich um entsprechende Fördermittel für die Platanenallee und den Westring.

Zur Frage, wer die Fahrradstraße überhaupt erfunden hat, meldet sich unterdessen die Königsborner SPD zu Wort. Der ADFC hatte den Genossen vorgeworfen, sich mit der Fahrradstraße zu brüsten, obwohl der erste Antrag dazu vom ADFC gewesen sei. Der Fahrradclub bezieht sich auf einen Text in einer SPD-Zeitschrift. Dieser aber sei „gerade nicht darauf ausgerichtet, den Eindruck zu erwecken, als habe ausschließlich die SPD Königsborn für die Einrichtung der Fahrradstraße gekämpft“, schreibt der Vorstand des Ortsvereins in einer Nachricht an den ADFC, die dieser Redaktion vorliegt. Die SPD stehe gerne für weitere Gespräche mit Blick auf weitere Fahrradstraßen zur Verfügung, heißt es weiter.

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