Blühwiese sorgt für Insektenvielfalt mitten in der Stadt und erspart demnächst Arbeit

dzEvangelisches Krankenhaus

Blumenwiese statt sterile Rasenfläche: Der Förderverein des Evangelischen Krankenhauses lässt das EK-Gelände aufblühen und nimmt mit seinem Projekt dem Gärtner sogar Arbeit ab.

Unna

, 20.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Strahlend bunt blüht es am Evangelischen Krankenhaus. Für die Aufwertung einer Fläche zwischen dem Parkhaus und dem Krankenhauskomplex hat sich der Förderverein des EK engagiert. Und diese Arbeit trägt jetzt Früchte.

Ende eines nutzlosen Rasens

Er komme an dem Ort regelmäßig vorbei auf dem Weg zu seiner Campus-Apotheke, berichtet Apotheker Erhard Kaiser, Vorsitzender des EK-Fördervereins. „Es war ein englischer Rasen, mit dem eigentlich niemand etwas anfangen konnte.“ Um das Erscheinungsbild des Krankenhauses an dieser Stelle zu verbessern und einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten, initiierte er das Anlegen einer Bienen-Blumenwiese. Im April ließ Kaiser 32 Tonnen Erde liefern, die er mit Hilfe seiner Söhne verteilte. Eine vom Naturschutzbund empfohlene Samenmischung wurde eingesät, und in den Wochen darauf musste aufgrund der Trockenheit viel gewässert werden.

32 Tonnen Erde verteilte Erhard Kaiser gemeinsam mit seinen Söhnen Lorenz (l.) und Vincent auf der früheren Rasenfläche. So entstand die Grundlage für eine artenreiche Blühwiese.

32 Tonnen Erde verteilte Erhard Kaiser gemeinsam mit seinen Söhnen Lorenz (l.) und Vincent auf der früheren Rasenfläche. So entstand die Grundlage für eine artenreiche Blühwiese. © Privat

Es blüht und summt

Inzwischen summt es nun von Sonnenauf- bis -untergang, wo vorher nur ein steriler Rasen wuchs. Kornblume, Natternkopf, Ringelblume und zahlreiche andere Arten locken mit ihren Blüten unterschiedliche Wildbienen an, aber auch andere Insekten wie Schmetterlinge. „Auch Vögel finden wieder Nahrung und nachts lässt sich auch mal eine Fledermaus blicken“, berichtet Kaiser begeistert. „Wir schaffen dort einen Lebensraum.“ Blühflächen wie diese können wichtige Beiträge sein zum Erhalt der Artenvielfalt. Ansonsten ist die Kulturlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten stark verarmt, ein Rückgang der Insektenvielfalt und -masse ist inzwischen nachgewiesen.

Kaiser überlegt, das Projekt am EK zu ergänzen. Das Aufstellen eines Insektenhotels könnte die Chancen der Tiere verbessern, ihre Bestände zu sichern und sich zu vermehren. Ein Hinweisschild könnte Besucher über die Fläche und vorkommende Arten aufklären.

Künftig wenig Aufwand für den Gärtner

Die Herstellung der 400 Quadratmeter großen Blühfläche war mit Aufwand verbunden. Künftig aber rechnet Kaiser eher mit weniger Arbeit als früher. Die Fläche sei auch wirtschaftlich für das Krankenhaus interessant, da sie nicht mehr wie bisher regelmäßig gemäht werden müsse. Die verschiedenen Pflanzenarten treiben nun immer wieder andere Blüten, bis September oder sogar Oktober. Danach soll die Fläche abtrocknen, erst im Herbst einmal gemulcht werden. Einjährige Pflanzen bekommen Gelegenheit, auszusamen für die nächste Saison. Zusammen mit den mehrjährigen, die ohnehin erst nächstes Jahr blühen, dürfte sich wieder ein wechselndes Bild ergeben.

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