Mit diesem Foto zeigt Uwe Hermanski ein Anwendungsbeispiel für die mobilen Grüninseln, die er in der Unnaer Innenstadt aufstellen will. Er betont jedoch, dass sich die einzelnen Komponenten variantenreich anordnen ließen. © privat
Initiative

Blühende Möbel für Unnas Innenstadt

Grün in Bewegung – dieses Motto will eine Initiative um den Unnaer Uwe Hermanski wörtlich verstanden wissen. Sie will die Innenstadt mit Grüninseln versehen, die sich immer wieder versetzen ließen.

Dass mehr Bepflanzung der Innenstadt von Unna gut tun würde, ist inzwischen wohl unbestritten. Die Blühkörbe, die der City-Werbering an Laternen und Schildermasten aufhängen lässt, haben eine außerordentlich positive Resonanz erfahren. Und auch der Gedanke, in einer autoarmen Innenstadt Parkplätze in kleine Parks zu verwandeln, wurde nach dem ADFC schon von mehreren Parteien diskutiert.

In dieser Situation meldet sich nun Uwe Hermanski zu Wort. Der Baubiologe und frühere Fraktionsgeschäftsführer der Unnaer Grünen bringt eine Projektidee auf den Tisch, die er mit der Lüsa verwirklichen will: die Aufstellung mobiler grüner Inseln im öffentlichen Raum.

Im ersten Schritt ruft Hermanski die Unnaer Bürger dazu auf, Orte zu benennen, an denen Grün fehlt, damit aus diesen Orten ein Platz für Entspannung und Begegnung werden kann. Dort könnten dann Pflanzkästen gesetzt werden, die vermutlich aus der Holzwerkstatt der Lüsa stammen würden.

Baukastensystem für passgenaue Grüninseln

„Es wird je nach Platzangebot variable Kombinationsmöglichkeiten der Einzelmodule geben“, schildert Hermanski seine Idee. „Die grünen Inseln dienen als Lernorte, Treffpunkte in der Nachbarschaft, zum Knüpfen von Netzwerken. Die zunehmenden, zum Teil dramatischen Veränderungen des Klimas und in der Natur werden von vielen Menschen immer mehr wahrgenommen. Die Inseln weisen über angebrachte Hinweistafeln auf den großen Nutzen von Pflanzen gerade in der Stadt hin: Pflanzen spenden Feuchtigkeit oder auch Schatten und sorgen so für ein angenehmeres Kleinklima.“ Pflege und Instandhaltung der Anlagen solle in die Obhut von Patinnen oder Paten übergehen.

Was aus dieser Initiative wird, ist derzeit noch nicht genau absehbar. Hermanskis Vorstoß kommt offenbar mit so viel Schwung daher, dass die Stadt um etwas Geduld bitten muss: Neben dem öffentlichen Aufruf an die Bürger, jetzt schon Orte zu benennen, hat der Ideengeber auch das Rathaus angeschrieben, das Hermanskis Konzept als Bürgerantrag bewertet und der Politik zur Beratung vorlegt.

Grundsätzlich hat sich Unna in der Vergangenheit aber oftmals bereit erklärt, das Engagement von Bürgern für eine grünere oder schönere Stadt auch auf städtischen Flächen zuzulassen. Fast schon klassische Beispiele liefern die teils liebevoll gepflegten Baumscheiben einiger Straßenbäume, aus denen im Sommerhalbjahr auch kleinere Blühpflanzen wachsen. Ein zuvor ungepflegtes Beet der Stadt hat das Künstlerehepaar Frauke und Dietmar Nowodworski in den Garten Mille Fiori verwandelt.

Uwe Hermanski ist per E-Mail zu erreichen: uwe@aufdemsprung.com

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka
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