Darum darf der Blitzer im Halteverbot an der Hammer Straße in Unna stehen

dzGeschwindigkeitskontrollen

Der Bürgersteig an der Hammer Straße ist breit, parken darf darauf aber niemand mehr. Darf ein Kleinbus mit Blitzanlage dort stehen, um Verkehrssünder zu erwischen? Ja, das darf er.

Königsborn

, 21.08.2019, 12:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum ein Halteverbot war so umkämpft wie das an der Hammer Straße zwischen der Palaiseaustraße und dem Haus Kissenkamp. Bewohner und Behörden lieferten sich einen regelrechten Kleinkrieg. Im Wesentlichen ging es darum, dass die Stadt Unna das Parken auf dem Geh- und Radweg unterbinden will, damit dort Fahrradfahrer besser verkehren können. Letztlich wurde ein absolutes Halteverbot angeordnet. Einige Bewohner kritisierten das, weil ansonsten nur begrenzt Platz zum Abstellen ihrer Autos zur Verfügung stehe.

Ausnahmegenehmigung für den „Blitzer“

Und am Mittwochmorgen nun stand ausgerechnet auf diesem Bürgersteig ein weißer Kleinbus. Darin ist die Technik des Kreises Unna zur Geschwindigkeitsüberwachung. Die einen dürfen parken, die anderen nicht? Genau. Ein „Blitzer“-Fahrzeug so abzustellen, dafür gebe es eine Ausnahmegenehmigung, erklärte Christian Bornemann, Leiter der Bußgeldstelle beim Kreis Unna. Fahrzeuge für Geschwindigkeitskontrollen dürften auch dort parken, wo normale Autofahrer ihre Wagen nicht abstellen dürfen. Diese Ausnahmegenehmigung sei zeitlich nicht begrenzt. Bornemann erklärt, in solchen Fällen werde darauf geachtet, dass niemand behindert werde. Der Kreis nehme Rücksicht auf Personen mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen, auch auf Fahrradfahrer. Meistens seien Mitarbeiter während der Messungen in den Fahrzeugen, um bei Bedarf kurzfristig zu reagieren.

Kontrollen erwünscht

Wer zu schnell fährt, muss zahlen. Geschwindigkeitsüberwachung, sei es durch die Polizei oder den Kreis Unna, ist deswegen für manchen Autofahrer ein Ärgernis. Allerdings hat die Tempoüberwachung gerade an dieser Stelle wohl ihre Berechtigung. So hatte ein Bewohner im vergangenen Jahr noch berichtet, dass viele Fahrzeuge auf der Hammer Straße zu schnell seien. Lärm, auch Erschütterungen durch den Verkehr, empfinden einige Menschen dort als belastend. Der Anwohner hatte explizit Geschwindigkeitskontrollen eingefordert.

Rasen ist Todesursache Nummer eins

In erster Linie dient die Tempoüberwachung der Sicherheit. „Überhöhtes Tempo ist Todesursache Nummer eins auf deutschen Straßen“, heißt es in einer Veröffentlichung des Kreises Unna. Die Behörde kündigt regelmäßig an, an welchen Stellen Autofahrer mit Kontrollen rechnen können. In dieser Woche in Unna sind das unter anderem noch Hillering, Obere Husemann-, Falk- und Karlstraße. Darüber hinaus gibt es immer weitere Messstellen, an denen Kreis oder Polizei im Einsatz sind.

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