Blinktafel soll in Massen die Tempolimits zum Lärmschutz verstärken

Tempo 30

Wie wirkungsvoll sind die neuen Tempolimits zum Lärmschutz? Die Einschätzungen sind unterschiedlich. Ein Ratsherr fordert nun für Massen eine zusätzliche Blinktafel.

Unna

, 29.05.2019, 10:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blinktafel soll in Massen die Tempolimits zum Lärmschutz verstärken

An der Hemmerder Dorfstraße wurde vor elf Jahren diese Tempo-Messtafel aufgestellt. Der Autofahrer kann sehen, ob er zu schnell fährt oder nicht. © Udo Hennes

Seit Ende März gelten neue Höchstgeschwindigkeiten auf drei Straßenabschnitten in Unna: Für den Großteil der Kleistraße gilt ebenso „Tempo 30“ wie für ein Stück des Massener Hellwegs und für die gesamte Friedrich-Ebert-Straße zwischen Kreisel und Lebenszentrum. „Ich habe den Eindruck, dass das noch nicht allen in Fleisch und Blut übergegangen ist“, sagt der Massener Ratsherr Michael Tietze (SPD). Seine Beobachtung: Mancher Autofahrer vergesse oder übersehe die Tempolimits. Tietze schlägt eine Messanlage vor, die Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigt. Diese Anlagen gibt es in verschiedenen Varianten. So kann der Autofahrer etwa an der Farbe der angezeigten Geschwindigkeiten erkennen, ob er im „grünen Bereich“ unterwegs ist oder zu schnell (rot). In Hemmerde beispielsweise wurde eine Tempo-Anzeigetafel schon im Jahr 2008 aufgestellt, um Autos auf der Dorfstraße auszubremsen. Das Gerät gilt als effektiv. Wenn Fahrern ihre Geschwindigkeiten entgegenblinken, meint Tietze, würde das manchen animieren, langsamer zu fahren.

Stadt: Schilder sind noch nicht perfekt

Ob das für die neuen Lärmschutz-Tempo-30-Strecken notwendig ist, muss sich nach Einschätzung der Stadtverwaltung erst noch zeigen. Zunächst sei die Einrichtung der neuen Tempolimits noch nicht ganz abgeschlossen, erklärt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Es müssten noch Schilder angepasst oder ergänzt werden. Eine Ergänzung erachtet auch Ratsherr Tietze als sinnvoll: Am Massener Hellweg könnten insbesondere Ortsfremde die 30 leicht übersehen, dort sei an einer Stelle ein zusätzliches Verkehrszeichen nötig.

Sind alle Schilder richtig aufgestellt, könnte darüber nachgedacht werden, das Tempo auch kontrollieren zu lassen, so Ueberfeld. Im Großen und Ganzen würden sich Autofahrer schon jetzt daran halten. Das sei aber bisher nur ein subjektiver Eindruck in der Verwaltung, so Ueberfeld.

Mobil gegen Gewöhnungseffekt

Letztlich wird auch die Frage im Raum stehen, was eine solche von Tietze angeregte Tempotafel kostet. Die Anlage in Hemmerde hatte der damalige Ortsvorsteher für 1500 Euro besorgt, finanziert von Sponsoren. Diese private Finanzierung hatte die Verwaltung im Jahr 2014 noch als einzigen Weg für weitere Tafeln aufgezeigt. Sie hatte auch Zweifel an der Wirksamkeit geäußert, da sich Autofahrer mit der Zeit an die Tafeln gewöhnen könnten, um sie nach und nach zu ignorieren. Es gibt aber in Nachbarstädten auch mobile Tafeln, die diesen Gewöhnungseffekt zumindest verringern, da sie immer wieder an anderen Stellen stehen.

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