Frank Schwudke ist sauer. In der Nacht zu Samstag wurden sein Reibekuchen-Stand und drei weitere Buden auf dem Zurbrüggen-Parkplatz aufgebrochen und verwüstet. Mittels Video-Technik hat er jetzt gegen solche Fälle aufgerüstet. © Schmidt
Einbruch

Blanke Zerstörungswut: Unbekannte verwüsten Buden auf Zurbrüggen-Parkplatz

In der Nacht zu Samstag haben unbekannte Täter die Verkaufsbuden auf dem Zurbrüggen-Parkplatz aufgebrochen. Sie hinterließen ein regelrechtes Schlachtfeld. Jetzt rüsten die Händler auf.

„Hier lag alles durcheinander, die haben alles durch die Gegend geschmissen. Die ganzen Mandeln lagen auf dem Boden, meine Herzen runtergerissen und alles kaputtgetreten.“ In der Stimme von Maria Wendler merkt man auch am Montag nach der Tat noch, wie schockiert sie gewesen ist, als sie das Ausmaß der Zerstörung beschreibt.

Vier Buden aufgebrochen und randaliert

Die Täter – es ist davon auszugehen, dass es mehrere gewesen sind – haben in dem Verkaufsstand für Lebkuchenherzen, Mandeln und allerlei sonstiger Süßigkeiten keinen Stein auf dem anderen gelassen. „Den ganzen Verkaufstresen haben sie abgeräumt, da lag nichts mehr. Alles auf den Boden geschmissen und kaputtgetrampelt. Ein paar von meinen Herzen lagen sogar auf der Straße“, sagt Wendler und deutet in Richtung Hans-Böckler-Straße. „Da sind dann die Autos drübergefahren.“

Maßnahme Nummer 1. Direkt am Samstag ist von Zurbrüggen-Mitarbeitern ein zusätzlicher Stahlriegel an den Zugangstüren zu den Buden angebracht worden. Wo sich Maßnahme Nummer 2 – die neue Videoüberwachung – verbirgt, ist geheim. © Schmidt © Schmidt

Es ist vor allem Unverständnis und auch Verärgerung, was nach dem Wochenende bleibt. „Geld ist hier sowieso nicht zu holen. Als ob wir eine volle Kasse über Nacht in der Bude lassen würden“, sagt die Süßwarenhändlerin und schüttelt ungläubig mit dem Kopf. „Hier lag alles voll.“ Mit einer Handbewegung schließt sie den Platz ein, den die Buden vor dem Haupteingang des Möbelhauses Zurbrüggen einrahmen. „Das konnten wir alles wegschmeißen.“

„Die wollten nur kaputtmachen.“

Frank Schwudke kommt hinzu, er gehört zu dem Reibekuchenstand direkt daneben und hat sein Handy dabei. Auf dem Bildschirm scrollt er durch einige Fotos, die er am Samstag von der „Sauerei“ gemacht hat. „Die wollten nur kaputtmachen“, sagt er. Bei ihm sind die Täter auch durch die Bude gewütet. Es gibt an dem Stand nicht nur Reibekuchen, sondern auch Glühwein. „Den haben die aber nur aufgedreht und auslaufen lassen. Und den Schnaps, den Rum, den wir für den Schuss haben – ja, das war vielleicht die falsche Marke, den haben die auch nicht getrunken, sondern nur kaputtgeworfen.“

Was das für Menschen sind, ist eine der Fragen, die die Händler noch beschäftigt. „Ja sicher, wer auf Geld aus ist, der knackt die Bude auf, sieht: da ist keine Kasse und schnappt sich dann noch etwas, das schnell zu verkaufen ist, aber so etwas gibt es hier ja gar nicht.“ Man könnte auch denken, dass da ein paar Halbstarke im Suff randaliert haben, aber die hätten dann ja vielleicht wenigstens den Alkohol mitgenommen.

Auch im Stand von Maria Wendler haben die bisher unbekannten Täter gewütet. Ihr ganzen Süßigkeiten, Mandeln, Lebkuchenherzen und Weingummi musste sie zusammenfegen und entsorgen. © Schmidt © Schmidt

„Wir haben jetzt gleich aufgerüstet und Videoüberwachung in den Buden installiert. Die Aufnahmen werden direkt übers Internet aufs Handy übertragen. Sobald da nachts Bewegung ist, werden wir alarmiert und sehen gleich, was los ist“, erklärt Schwudke, der sich stellvertretend für seine Standnachbarn um die Technik gekümmert hat. Lediglich ein paar geleerte Flaschen Biermischgetränke seien in den Mülltonnen gefunden worden. „Vielleicht haben die die hier leer gemacht und dann wurde denen langweilig“, mutmaßt Schwudke.

Die Täter müssen sich Zeit gelassen haben

Schnell kann die ganze Sache in der Nacht zu Samstag nämlich nicht abgelaufen sein. „Wenn ich mir das so überlege. Die haben vier Buden aufgebrochen, die ganzen Sachen rausgeworfen und durch die Gegend getreten. Die waren bestimmt mindestens eine Stunde hier“, vermutet Schwudke. Daher besteht auch die Hoffnung, dass sich vielleicht noch Zeugen finden.

Dank des superschnellen Süßigkeiten-Lieferanten, ist bei Maria Wendler am Stand schon fast wieder alles wie gehabt. Der Ärger über die Zerstörung bleibt. © Schmidt © Schmidt

Es sei zwar nachts sehr dunkel auf dem Parkplatz, sodass von der Feldstraße aus wenig zu sehen ist. Zudem bilden die Hütten vor dem Zurbrüggen-Eingang mit ihrer L-Form einen zusätzlichen Sichtschutz zur Straße hin. Aber vielleicht ist ja jemandem in der Nacht etwas aufgefallen, vielleicht eine Gruppe Personen, von denen unter Umständen jemand ein auffälliges Lebkuchenherz um den Hals hängen hatte. Denkbar wäre es ja, dass die Täter eines als „Trophäe“ mitgenommen haben.

Die Polizei hat die Ermittlung aufgenommen. Wer etwas Verdächtiges bemerkt hat, möge sich mit Hinweisen bitte an die Polizei in Unna unter Tel. (02303) 921-3120 oder 921-0 wenden.

Über den Autor
1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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Christoph Schmidt

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