Bis zum Herbst hat fast die gesamte Stadt Unna neue Abwasserkanäle

dzKanalsanierung

Abwasserkanäle müssen vor allem eines sein: dicht. Seit über fünf Jahren werden Kanäle im Unnaer Stadtgebiet daher erneuert. Im Herbst soll alles fertig sein – bis auf einen Stadtteil.

Unna

, 11.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stück für Stück verschwindet der weiße Plastikschlauch in der Straße: Was derzeit am Peukinger Weg zu beobachten ist, hat so schon in nahezu allen Stadtteilen Unnas in den vergangenen fünf Jahren stattgefunden. Die alten Abwasserkanäle bekommen neue Rohre im sogenannten „Inliner-Verfahren“. Im Herbst 2020 soll der Großteil der Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein.

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„Dann fehlt uns nur noch Hemmerde“, sagt Projektleiter Thomas Matter von den Stadtbetrieben, „wenn wir da im Frühjahr 2021 auch gewesen sind, sind sämtliche Abwasserkanäle erneuert.“ Über 30 oder sogar 40 Jahre halten die Schläuche, die durch ein spezielles Verfahren direkt in den alten Kanal eingebaut werden können. „Wir, die die Schläuche jetzt einbauen, werden also mit deren Erneuerung nichts zu tun haben“, schmunzelt Matter.

„Wir, die die Schläuche jetzt einbauen, werden mit deren Erneuerung nichts zu tun haben.“
Thomas Matter, Stadtbetriebe Unna

Keine offenen Baugruben

Den Vorteil des Verfahrens spüren vor allem die Anwohner der Straßen, in denen gerade die Kanäle erneuert werden: Weil beim Inliner-Verfahren das neue Rohr im alten Rohr entsteht, sind keine offenen Baugruben notwendig. Das neue Rohr ist zunächst nicht viel mehr als ein weißer Schlauch, getränkt mit Kunstharz. Dieser wird über die Kanalanschlüsse in der Straße in den alten Kanal hineingelassen. Durch das anschließende Aufheizen des Schlauches auf rund 90 Grad härtet das Kunstharz aus – und mit ihm der Schlauch, der auf diese Weise zu einem neuen Rohr in dem alten Kanalrohr wird.

Großflächige offene Baugruben sind für das Inlinerverfahren nicht notwendig: Es reicht, wenn die Kanaldeckel geöffnet sind. Dort wird der Schlauch, der später zum Rohr wird, hineingelassen.

Großflächige offene Baugruben sind für das Inlinerverfahren nicht notwendig: Es reicht, wenn die Kanaldeckel geöffnet sind. Dort wird der Schlauch, der später zum Rohr wird, hineingelassen. © Anna Gemünd

An der Feuermaschine liegen Unnas erste Inlinerschläuche

Die ersten Schläuche, die auf diese Weise einen neuen Abwasserkanal entstehen ließen, wurden in Deutschland zu Beginn der 1980er-Jahre eingesetzt. In Unna kamen sie erst später zum Einsatz: „An der Feuermaschine in Königsborn wurden in Unna vor gut 15 Jahren die ersten Inlinerschläuche eingebaut“, weiß Thomas Matter.

2015 begannen die ersten Arbeiten der aktuell noch andauernden Kanalsanierung, damals in Massen. Königsborn, die Gartenvorstadt und der Bornekamp folgten; auch Billmerich ist schon fertig.

In Hemmerde sollen die Kanäle im kommenden Frühjahr saniert werden. Auf monatelange Arbeiten müssen sich die Bürger aber nicht einstellen. „Das geht alles innerhalb einiger Wochen – und natürlich achten wir darauf, dass wir lange vor dem Schützenfest mit allem fertig sind“, verspricht Thomas Matter. Dann sind alle Kanäle in Unna dicht – zumindest für die nächsten 30 bis 40 Jahre.

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