Bis Juni sollen die ehemaligen Realschulgebäude in Königsborn verschwunden sein

dzBildungscampus Königsborn

Ein halbes Jahr stehen die Gebäude bereits leer - und sie werden wohl auch noch weitere sechs Monate stehen bleiben: Der Abriss der ehemaligen Anne-Frank-Realschule kommt nur schleppend in Gang.

Königsborn

, 03.01.2019, 15:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Unna hat nun ein Fachbüro damit beauftragt, eine europaweite Ausschreibung für den Abbruch der ehemaligen Realschulgebäude in Königsborn vorzubereiten. Der Abriss gestaltet sich schwieriger als gedacht, da die im Gebäude enthaltenen Schadstoffe zahlreicher als angenommen sind - und damit auch die Anforderungen an den Abbruch höher sind.

„Es muss beispielsweise ein Schadstoffkataster erstellt werden“, erklärt Kreis-Pressesprecher Max Rolke im Gespräch mit unserer Redaktion. In der Vorbereitung des Abrisses wurde die Bausubstanz im Sommer gründlich untersucht – mit dem Ergebnis, dass dabei mehr und vor allem auch andere Schadstoffe gefunden wurden, als bisher angenommen wurde.

Die Suche nach einem Unternehmen, das die Schulgebäude zurückbauen und die Schadstoffe fachmännisch entsorgen kann, wird europaweit laufen. „Unser Plan lautet weiterhin, dass wir die Gebäude bis Juni abgerissen haben wollen“, sagt Rolke.

In Vorbereitung dafür werden bis Ende Februar Rodungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Schule stattfinden - auch einzelne Bäume müssen für den geplanten Neubau weichen. „Das geschieht aber alles mit Augenmaß“, versichert Rolke.

Betreten des Gebäudes ist verboten

Mitte Juli hatten die letzten Schüler der Anne-Frank-Realschule die Gebäude verlassen. Sie werden nun am Standort der Hellweg-Realschule unterrichtet. Das schadstoffbelastete Schulgebäude in Königsborn soll Platz machen für die umfangreichen Pläne des „Bildungscampus Königsborn“, die unter anderem vorsehen, dass bis zum Schuljahr 2020/21 das Förderzentrum Unna auf dem Gelände neu gebaut wird, auf dem sich derzeit noch die Altgebäude der Anne-Frank-Realschule befinden.

Bis Juni sollen die ehemaligen Realschulgebäude in Königsborn verschwunden sein

Seit 2011 wurden die Realschüler in Raummodulen unterrichtet. Diese wurden im Sommer 2018 als Erstes abgebaut. © Udo Hennes

Dass die Schulgebäude schadstoffbelastet sind, ist seit Langem bekannt. Seit 2011 wurden die Realschüler in Raummodulen unterrichtet, nachdem im Obergeschoss des Hauptgebäudes PCB entdeckt worden war.

Seit die letzten Realschüler die Gebäude verlassen haben, sichert ein Bauzaun das Gelände - und der hat auch seine Berechtigung, wie Rolke betont. „Wir beobachten, dass der Zaun immer mal wieder zerstört und überwunden wird. Dabei ist das eine Baustelle, die nicht ungefährlich ist. In dem Gebäude hat niemand etwas zu suchen“, so der Kreissprecher. In Absprache mit dem Kreis fahre die Polizei regelmäßig Streife in dem Bereich und beobachte das Gelände.

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