Biotop in Unna-Billmerich bedarf im Herbst der Pflege durch den Nabu

dzNatur in Unna

Das Biotop an der Kluse bietet seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Damit das so bleibt, pflegt der Nabu den Bereich. Ärgerlich ist, wenn Bürgerinnen und Bürger das missachten.

von Sebastian Pähler

Billmerich

, 20.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um die Natur zu erhalten muss sie gepflegt werden, denn der Einfluss des Menschen wirkt sich überall aus. Seit 2004 kümmert sich der Naturschutzbund (Nabu) um den Erhalt des Biotops an der Kluse bei Billmerich nahe der Wilhelmshöhe. Am Samstag kamen wieder Motorsensen und Harken zum Einsatz, um die Vegetation als Grundlage für das ganze Ökosystem gesund zu erhalten.

Trasse für Insekten

„Aufgrund der breiten Trasse hat sich die aufgelassene Kreisstraße zu einem Biotop für Wildpflanzen entwickelt“, berichtete Andreas Förster vom Nabu. Vor allem Rain- uns Saumpflanzen wie Oregano, Wirbeldost oder die Nesselblättrige Glockenblume hätten hier hervorragende Bedingungen vorgefunden. Solche Trassen seien wichtig, denn sie böten nicht nur Lebensraum und Nahrung für viele Insekten, die wiederum die Nahrungsgrundlage vieler Vögeln bilden, sie dienen anderen Arten auch als Wanderkorridor.

Normalerweise, so Förster, würde eine solche Vegetation an Wegesrändern entstehen, aber in der Regel werden diese von den Behörden mit dem Schlegelmulcher gemäht.

Blühstreifen helfen nur bedingt

Auch die zum Trend gewordenen Blühstreifen würden nur bedingt Abhilfe schaffen. „Es gibt im Augenblick einen richtigen Blühstreifen-Hype“, erklärte Förster, aber die Saatmischungen würden oft nur Pflanzen enthalten, die nicht zu den Böden passen oder von denen nur die häufigsten Insekten profitieren. „Alle denken immer an die Wildbiene“, stellte er fest, aber Wanzen und Schwebfliegen beispielsweise würden dabei vergessen. Besser sei es daher, den ansässigen Gewächsen zu helfen, die seien auf an den Standort angepasst.

Der Rückschnitt, den der Nabu und einige private Helfer zwei bis drei Mal im Jahr an der Kluse vornehmen, ist so wichtig, da hier sonst Brennnesseln, Brombeeren und Kletten die rund 80 ansässigen Pflanzen verdrängen würden. Das liegt vor allem an dem Überangebot an Nährstoffen, die durch die Landwirtschaft und stickstoffreichen Regen eingebracht werden.

Verkannte Gefahr

Aber auch Mitbürger tragen zum Problem bei, berichtete Förster. So würde die Kluse regelmäßig zum wilden Müllplatz gemacht. Das sei in den letzten Jahren zwar besser geworden, so habe man hier früher alles Mögliche vom Ölkanister bis zum Sperrmüll gefunden, doch was immer noch häufig vorkommt, ist das Abladen von Grünschnitt. „Die Leute denken, das ist Natur, das verrottet einfach“, schildert Andreas Förster, aber dabei tragen sie wieder zusätzlich Nährstoffe ein, die das Problem für das Biotop vergrößern.

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