Billmerich kümmert sich um eine saubere Landschaft

dzJubiläum

Es mag einmal eine gute alte Zeit gegeben haben, in der Abfälle in der Landschaft kein Thema waren. Doch selbst in Billmerich liegt sie weit zurück: Seit 1969 sammeln die Dorfbewohner Abfall auf.

Billmerich

, 18.03.2019, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 50 Jahren gibt es in Billmerich einen jährlichen Frühjahrsputz. Möglicherweise war der freiwillige Arbeitseinsatz der Dorfbewohner seinerzeit die erste Aktion dieser Art in Unna, bevor sich andere Stadtteile anschlossen. Die Zeiten haben sich seitdem geändert, das Sammelergebnis auch, das Engagement der Bürger glücklicherweise nicht, wie Ortsvorsteher Bernhard Albers nun lobt.

Trotz widriger Witterung mit Wind und Regen waren am Samstag zwei Dutzend Helfer im Einsatz, um Billmerich in geduldiger Handarbeit von Abfällen zu befreien, die seit der Vorjahresaktion in der Landschaft gelandet waren. Stark vertreten war dabei wie immer die Jugendfeuerwehr. Drei Landwirte unterstützten die Aktion mit ihren Schleppern und Anhängern.

Massenfunde melden die Billmericher „unterjährig“ sofort

Wirklich große Funde gab es nicht - obwohl oder gerade weil Billmerich als beliebtes Ziel für Nacht-und-Nebel-Kipper gilt. Denn wo jemand nächtens große Müllberge in der Landschaft abkippt, sorgen Albers und seine Billmericher dafür, dass diese Haufen schnellstmöglich von den Stadtbetrieben abgeholt werden, bevor sich eine wilde Müllkippe etabliert. Das größte Einzelfundstück war vermutlich eine Europalette.

Sekt und Wodka liegen im Trend

So blieb es für die Sammler am Samstag vor allem bei den ärgerlichen Kleinigkeiten, deren Vorbesitzer sich zu fein waren, sie in die Tasche zu stecken. Kleinere Verpackungen, Einmalbecher für den Mobilkaffee und selbst Transportbeutel weit entfernter Imbissrestaurants lassen auf ein Freizeitverhalten schließen, für das Menschen mit dem Auto anreisen, um die Ruhe und Abgeschiedenheit in Billmerich zu nutzen. Kurios war die Kombination aus Sekt- und Wodkaflasche, die die Helfer an mehreren Stellen im Ort fanden. Es scheint so, als ob eine Kleingruppe mit festen Trinkgewohnheiten größere Flexibilität bei der Wahl ihres Treffpunktes bewiesen hätte.

Besonders ärgerlich: Gefüllte Hundekotbeutel

Eine wirklich widersinnige Verhaltensweise entdeckten die Billmericher ebenfalls an vielen Stellen im Ort: Hundekot mit dem Beutel aufzusammeln, um diesen dann in die Landschaft zu werfen, nutzt weder der Umwelt noch Mitmenschen. Zumindest diejenigen, die so einen Fund aufzunehmen hatten, hätten sich in diesem Moment wohl lieber eine der leeren Flaschen gewünscht. Rätselhaft und ebenfalls gefährlich ist auch dieser Fund: Mehrere alte Farbeimer, deren Inhalt allerdings aus dem abgelassenen Fett von großen Fritteusen zu bestehen schien.

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