Billmerich ärgert sich über die Dauerbaustelle auf dem Friedhof

dzContainer statt Trauerhalle

Der Abriss der Trauerhalle ist in Billmerich mit Unverständnis aufgenommen worden. Die Situation heute aber löst Wut aus: Der Friedhof sehe aus wie eine Baustelle, auf der sich zudem nichts tut.

Unna

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach dem Abriss der Trauerhalle dient am Billmericher Friedhof ein Container den Geistlichen als Umkleide, wenn sie sich vor Beisetzungen ihr Gewand anlegen wollen. Mit drei Räumen inklusive Toilette ist das Behelfsbauwerk durchaus von sichtbarer Größe. Und was die Menschen in Billmerich zu sehen bekommen, das finden sie äußerst unschön.

Ein Baucontainer mitten auf dem Billmericher Friedhof

„Es ist etwas Unmut im Ort, das wird auch mir geschildert“, fasst Ortsvorsteher Bernhard Albers (CDU) Gespräche mit Billmericher Bürgern zusammen. „Der Container steht da ziemlich frei an einer ungünstigen Stelle. Und sein heller Farbton... Manche sagen: Baucontainer.“

Entsprechende Assoziation schilderte auch einer unserer Leser gegenüber der Redaktion. Eine in Kunststofffolie eingeschweißte und vor Ort aufgehängte Planzeichnung davon, wie es am Friedhof später einmal aussehen soll, verstärke den Effekt noch. „Wenn man mal Besuch hat und mit ihm gemeinsam auf den Friedhof gehen will, ist das einfach nur peinlich“, sagt der Billmericher, der zugleich noch einmal die Frage aufwirft, warum die ursprüngliche Trauerhalle eigentlich abgerissen worden war.

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Sparmaßnahme mit Umsetzungsproblemen

Offizielle Antwort darauf: Kostengründe. Trauerhallen werden immer seltener genutzt, weil Bestatter eigene Räume dafür anbieten. Und die Friedhofsverwaltung ist als Teil der Stadtbetriebe zur Kosteneffizienz verpflichtet.

Allerdings hat die Sparmaßnahme in Billmerich eine Umsetzung erfahren, die auch Bernhard Albers als „etwas unglücklich“ beschreibt. Eigentlich hätte ja nur ein Teil der Halle ebgerissen werden sollen und ein anderer erhalten bleiben. Aber das erwies sich nicht als tragfähig.

Der Container ist Teil eines Gesamtensembles, zu dem bald auch ein Dach als Unterstand gehören soll. Daran allerdings wird gerade nicht gearbeitet. Albers hat erfahren, dass der Container selbst zu spät geliefert worden sei und die Baufirma daher erst an einer anderen Baustelle tätig geworden sei. Das Rathaus spricht zudem von urlaubs- und/oder krankheitsbedingten Engpässen bei den Handwerkern. Nach Einschätzung der Stadt ruhe der Betrieb erst seit einer Woche.

Albers Hoffnung ist, dass sich das Gesamtbild am Friedhof anders darstellt, wenn der Unterstand fertig ist. Unverständnis könne er gut nachempfinden: „Das Ganze ist schwierig zu vermitteln.“

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