Bier zum Mitnehmen: Besondere Corona-Aktion in Unna kommt an

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Der Kaffee „to go“ ist längst ein alter Hut, Bier „to go“ ist aber ungewöhnlich. Die Aktion des „Spatz und Wal“ zeigt einmal mehr den Ideenreichtum von Gastronomen in der Corona-Krise.

von Sebastian Pähler

15.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Begeistert und zahlreich nahmen Unnas Kneipengänger am Freitag und Samstag das Angebot des „Spatz und Wal“ an, auf ein Bier vom Fass „to go“ vorbei zu kommen. Das Experiment, Stammkunden und Neugierigen nicht nur ein Getränk, sondern auch ein bisschen Kneipenatmosphäre mit auf den Weg zu geben, ist offenbar vollends gelungen.

„Das lief richtig, richtig gut“, berichtet Robert Beck. Der Betriebsleiter vom „Spatz und Wal“ stand am Wochenende im Eingang der Kneipe und reichte seinen Gästen Gläser mit Bier nach Wahl. „Die Leute sind richtig begeistert. Das macht denen Laune und die sind froh, dass sie mal rauskommen“.

Fassbier im Quadrat

Aufgrund der verschärften Hygienebestimmungen ist das Setzen in und vor die Gaststätte nicht gestattet. Auch ein Verzehr von Alkohol im Umkreis von 50 Metern ist nicht gestattet, um zu verhindern, dass durch Grüppchenbildung die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum ad absurdum geführt werden.

Der Vorschlag für die Kunden lautete daher: Eine Runde um den Block zu nehmen, etwa von der Hertingerstrße zur Flügelstraße, von dort in die Gürtelstraße und zurück zum Spatz und Wal, um entweder das Glas zurück zu geben oder noch ein Bier zu ordern.

Einige Gäste nahmen ihr Bier aber auch mit auf den Neumarkt, bei einem Spaziergang durch die Stadt oder sogar durch den Bornekamp. Wer wollte, konnte das Glas für einen Euro auch behalten und mit nach Hause nehmen.

Helfen und Genießen

„Das ist eine coole Idee, mal was anderes“, stellte etwa Charline Peschke fest, und Patrick Burdack ergänzte: „Man macht sich ja Gedanken, wie man die Gastronomie unterstützen kann und das ist besser als zuhause rumzusitzen.“ Mit einer ähnlichen Motivation nutzte auch Gerald Schulz das Angebot. „Wir wollen die örtliche Gastronomie unterstützen, damit sie uns erhalten bleibt.“

So sahen es viele Gäste der Kneipe, die vielfach extra wegen der Aktion und teilweise spontan vorbeigekommen waren.

Für Betriebsleiter Beck war das Fassbier „to go“ nicht nur als Verkaufsaktion ein Erfolg: „Ich bin fast ausverkauft“, berichtete er. „Ich bin auch ganz begeistert, die Gäste halten sich alle vorbildlich an die Abstandsregeln und gerade auch daran, dass sie erst in 50 Metern Entfernung trinken dürfen.

Wie eine Wiederholung stattfinden wird, hängt von ein paar Faktoren ab – vor allem aber, wie die Corona-Richtlinien sich entwickeln. Der Wille sei jedoch da; zudem viele Ideen, wie man den Verkauf noch ausgestalten kann, etwa mit einem Podcast oder einem Livestream aus der Kneipe.

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