Bewegung in Zeiten von Corona: So gut funktioniert das Miteinander im Bornekamp

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Weil viele Unnaer zum Spazierengehen und Sporteln in den Bornekamp ausweichen, kann es an einigen Kreuzungen eng werden. Gegenseitige Rücksichtnahme ist dort nun gefragter denn je.

Unna

, 02.04.2020, 10:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Radfahrer, Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Jogger - sie alle sehnen sich in diesen Zeiten nach frischer Luft und Bewegung. Während in der Innenstadt nur wenig los ist, weichen viele Menschen auf das Naherholungsgebiet im Bornekamp aus. Aber wie gut funktioniert das Abstandhalten auf den Wegen - gerade, wenn besonders viele Menschen in unterschiedlichem Tempo unterwegs sind?

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Ein Spaziergänger im Bornekamp berichtet: „Man merkt regelrecht, wie die Menschen versuchen, sich aus dem Weg zu gehen. Es ist wie bei gegengepolten Magneten, die sich abstoßen: Jeder zieht einen unsichtbaren Radius um sich.“

„Es ist wie bei gegengepolten Magneten, die sich abstoßen: Jeder zieht einen unsichtbaren Radius um sich.“
Spaziergänger über das Abstandhalten im Bornekamp

Und tatsächlich: Wenn sich Bekannte untereinander treffen, bleiben sie meterweit entfernt voneinander für ein kurzes Gespräch stehen, andere Spaziergänger laufen dann im großen Bogen um die Ansammlung herum; weichen sogar vom asphaltierten Weg auf den Rasen aus. Für den Unnaer Spaziergänger hat das durchaus einen positiven Effekt: „Man wird jetzt nicht mehr umgerannt“, sagt er.

Mehr Menschen als sonst im Bornekamp

Und das, obwohl sogar mehr Menschen im Bornekamp unterwegs sind als sonst. Diesen Eindruck hat zumindest Lydia Grebe. Sie geht mit ihrem Sohn Luca und den Hunden Leo und Barek oft im Bornekamp Gassi, so viele Menschen wie derzeit sehe sie dort sonst nicht: „In der Stadt ist ja nichts los, die Menschen kommen dann hierhin, um frische Luft zu schnappen“, glaubt sie.

Lydia und Luca Grebe aus Unna gehen mit den Hunden Leo und Barek oft im Bornekamp spazieren. Das Miteinander der Menschen funktioniert gut, sagen sie.

Lydia und Luca Grebe aus Unna gehen mit den Hunden Leo und Barek oft im Bornekamp spazieren. Das Miteinander der Menschen funktioniert gut, sagen sie. © Vivien Nogaj

In die Quere kommen sich die üblichen Sportler, Radfahrer und Spaziergänger dabei aber nicht: „Es gibt ja verschiedene Parallelwege: Die Radfahrer und Jogger nehmen meist die asphaltierten Strecken, Spaziergänger und Reiter bewegen sich gerne auch auf den Waldwegen“, sagt Sohn Luca.

Spaziergänger meiden Gruß

Ein deutlicher Unterschied, der sich bemerkbar mache, sei jedoch, dass die Leute sich weniger grüßen: „Dafür muss man ja atmen und den Mund aufmachen“, sagt Lydia Grebe. Und das sei einigen Spaziergängern offenbar zu riskant. Jedes Risiko, das eine Infektion mit dem Coronavirus begünstigen könnte, wird gemieden.

Deshalb scheinen sich die Unnaer auch im Bornekamp bis auf wenige Ausnahmen an das derzeit geltende Kontaktverbot zu halten. Größere Gruppen sind nicht unterwegs, es sei denn, es handelt sich um Familien mit kleinen Kindern. Damit das auch so bleibt, fährt die Polizei stichprobenartig mit einer Streife auch im Bornekamp entlang.

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