Chef des Bundeswehrverbands in der Glückauf-Kaserne: Der Armee fehlen Leute und Material

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Aus erster Hand bekamen Soldatinnen und Soldaten in der Glückauf-Kaserne am Mittwoch Informationen zu den Herausforderungen für die Bundeswehr. Der Chef des Bundeswehr-Verbandes war zu Gast.

Unna

, 04.09.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wechsel im Bundesverteidigungsministerium war eines der großen Themen beim Standortinformationstag des Deutschen Bundeswehr-Verbandes in der Glückauf-Kaserne in Königsborn. Dabei warb der Bundesvorsitzende des Verbandes um Vertrauensvorschuss für Annegret Kramp-Karrenbauer.

Stichwort

Deutscher Bundeswehr-Verband

  • Der Deutsche Bundeswehr-Verband e.V. ist die Einheits- und Spitzenorganisation zur Vertretung der Interessen aller aktiven und ehemaligen Soldaten, Beamten und Arbeitnehmer der Bundeswehr, ihrer Familienangehörigen und Hinterbliebenen gegenüber Parlament, Regierung und Öffentlichkeit. Er hat rund 200.000 Mitglieder. Er ist so etwas wie die Gewerkschaft der Soldaten.
  • In zwei Bundes- und vier Landesgeschäftsstellen betreuen mehr als 200 Beschäftigte die in rund 960 Kameradschaften organisierten Mitglieder. Der Verband gewährt seinen Mitgliedern Rechtsschutz in Angelegenheiten, die im Zusammenhang mit deren Dienstverhältnis als Soldat oder Zivilbeschäftigter der Bundeswehr stehen.
  • Bundesregierung und Parlament beteiligen den Verband bei der Vorbereitung gesetzlicher Bestimmungen, Rechtsverordnungen und sonstiger allgemeiner dienstrechtlicher Regelungen. Er ist unabhängig von der politischen und militärischen Führung sowie von den politischen Parteien. Die Mitgliedschaft ist freiwillig.
  • Ende 2013 wurde André Wüstner zum Bundesvorsitzenden gewählt, nachdem er bereits zuvor in der Vorstandsarbeit des Verbandes tätig war.

André Wüstner ist ein seltener Gast in der Unnaer Kaserne. Am Mittwoch aber kam er gerne, um den Soldatinnen und Soldaten dort sein Bild vom Zustand der Bundeswehr und die aktuellen Herausforderungen zu zeigen.

Wüstner, der gemeinsam mit Oberstleutnant André Rosarius, Kommandeur des Versorgungsbataillons 7 und Standortältester, die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg besucht hat, nahm zunächst an einem Arbeitsfrühstück teil und sprach dann im Knappensaal vor den Soldaten.

So klein wie nie zuvor

Seine Botschaft war eindeutig: Die Bundeswehr stehe vor riesigen Herausforderungen, sie sei in der Landesverteidigung und in Kriseneinsätzen gefordert, zugleich aber so klein wie nie zuvor in der deutschen Geschichte. Personell und materiell reichten die Ressourcen für die zunehmenden Aufträge nicht aus. Wüstner: „Das spüren Sie hier, das spüren wir aber auch bei der Luftwaffe und der Marine.“

Und wie sieht Wüstner, dass es ausgerechnet jetzt zu einem Wechsel an der Spitze des Bundesverteidigungsministeriums gekommen ist, Annegret Kramp-Karrenbauer die Position von Ursula von der Leyen übernommen hat? Vor allem als Chance, wenngleich „AKK“ nicht nur als Chefin des „schwierigsten Ministeriums“, sondern auch in der Parteiführung der CDU gefordert sei.

Chef des Bundeswehrverbands in der Glückauf-Kaserne: Der Armee fehlen Leute und Material

Die Soldatinnen und Soldaten, aber auch Zivilisten verfolgten die Rede des Bundesvorsitzenden mit großem Interesse. © Dirk Becker

„Frau Kramp-Karrenbauer muss sich das Vertrauen verdienen“, erklärte Wüstner. Nachdem sie Soldaten im Irak getroffen hat, habe es Lob von diesen gegeben. Kramp-Karrenbauer sei „im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin eine nahbare Person“, erklärte Wüstner.

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Allerdings: Auch Kramp-Karrenbauer muss liefern, die Bundeswehr für die Zukunft aufstellen. Deshalb, so Wüstner, sei es wichtig, dass der Bundeshaushalt und ein erstes großes Maßnahmenpaket verabschiedet würden, bevor die SPD am 6. Dezember Zwischenbilanz zieht. „In Berlin bereitet man sich auch auf einen Bruch vor“, ist für Wüstner eine Minderheitsregierung der CDU denkbar.

Ein erstes sichtbares Zeichen setzt die neue Verteidigungsministerin, indem sie Soldaten in Uniform das kostenlose Bahnfahren ermöglichen will. Wüstner: „Damit würde sie ihre Glaubwürdigkeit erstmals unterstreichen.“

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