Eine ungewöhnliche Spende der Bürgerstiftung Unna hat das Heilig-Geist-Hospiz erreicht. Aus dem Nachlass von Wolfgang Scheele werden 20.000 Euro genutzt, um den Eigenanteil bei den laufenden Kosten für einen ganzen Monat zu decken. Das Foto zeigt (v.l.) Marion Eichhorn (Hospizleitung), Prof. Dr. Klaus Weber (Vorstandsmitglied), Ina Schulz (stellv. Pflegedienstleitung), Klaus Moßmeier (Vorstand Bürgerstiftung Unna) und Sönke Hansen (Neffe von Wolfgang Scheele). © Dirk Becker
Heilig-Geist-Hospiz

Besondere Spende bedeutet für das Heilig-Geist-Hospiz einen Tabubruch

Wie wertvoll die Arbeit des Heilig-Geist-Hospizes ist, wissen die Menschen in Unna. Dass die Krankenkassen nur einen Teil der Kosten decken, allerdings nicht. Das soll sich jetzt ändern.

Posthum wird ein Zeichen im Sinne von Wolfgang Scheele gesetzt. Der ehemalige Verwalter der Stadtkasse Unna ist im November 2019 gestorben. Einen Teil seines Vermögens vermachte er der Bürgerstiftung Unna, die nach seinem Willen das Geld für soziale Zwecke ausgeben soll.

Genau das geschieht nun: 20.000 Euro kommen dem Heilig-Geist-Hospiz an der Klosterstraße zugute – dem Ort, an dem Wolfgang Scheele selbst die letzten Tage seines 76 Jahre währenden Lebens verbrachte. Die Spende ist außergewöhnlich, weil nicht wie vielfach sonst ein konkretes Anliegen unterstützt wird.

Nachlass

Auch benachteiligte Kinder im Blick

Schon zu Lebzeiten lagen Wolfgang Scheele neben der Hospizarbeit auch benachteiligte Kinder und Jugendliche am Herzen. Deswegen kommt ein Teil seines Nachlasses auch diesem Zweck zugute. So wurden in der Corona-Krise aus dem Fonds auch Lebensmittelgutscheine für Familien mit Kindern finanziert.

Ob Küche, der Garten im Innenhof oder Möbel – viele Anschaffungen im Hospiz wurden durch Spenden ermöglicht. Allerdings hat die Heilig-Geist-Hospizstiftung auch laufende Kosten zu decken. Rund 20.000 Euro sind dafür Monat für Monat erforderlich. Zwar werden 95 Prozent der laufenden Kosten von den Krankenkassen gedeckt, doch Stiftungsvorstand Prof. Dr. Klaus Weber verweist darauf, dass im Vorfeld immer konkrete Verhandlungen erforderlich sind – und die Kassen einen Teil der laufenden Kosten für nicht zuschussfähig halten.

Mit Spende wird klar, wie groß die Deckungslücke ist

Dass es diese Deckungslücken gibt, ist vielen Menschen in Unna nicht bekannt. Nach der Zuwendung aus dem Nachlass von Wolfgang Scheele soll sich das ändern. Das Finanzloch war bislang etwas, was die Hospizstiftung nicht zum Thema gemacht hat – ein Tabuthema für die Öffentlichkeit. Nun aber haben Scheeles Neffe Sönke Hansen und Klaus Moßmeier als Vorstand der Bürgerstiftung einen symbolischen Scheck überbracht. Damit ist auch klar, wie groß die Deckungslücke Monat für Monat ist und wie groß damit zugleich die Herausforderung für das Stiftungshospiz.

„Das wird eine Herausforderung für die nächsten Jahre, für die Zukunft“, sind sich Weber und Moßmeier einig. Beide hoffen, dass andere dem Beispiel folgen und die Hospizarbeit so unterstützen. „Es muss ja nicht immer ein ganzer Monat sein“, sagt Weber.

Von der steigenden Spendenbereitschaft in der Corona-Krise habe das Heilig-Geist-Hospiz nicht profitiert. „Viele Spenden kommen durch Firmenjubiläen und Konzerte zustande – das war ja alles nicht möglich.“ Selbst Beerdigungen, bei denen sonst um Spenden für das Hospiz gebeten werde, hätten klein gehalten werden müssen. „Hohe Kosten und sinkende Spendeneinnahmen haben uns getroffen“, sagt Weber. Er betont aber zugleich, dass die Kosten nichts mit übermäßigen Ausgaben zu tun hätten, sondern nur mit der systembedingten Deckungslücke.

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Redaktion Unna

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