Beschluss für Neubau der Flüchtlingsunterkunft in Unna

dzKamener Straße

Die Stadt soll die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Kamener Straße bauen. Nach wie vor ist das Projekt umstritten, aber im für Bauprojekte zuständigen Ausschuss des Stadtrats fand es am Mittwochabend eine Mehrheit.

Königsborn

, 10.10.2018, 21:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

Unnas Baudirektor Michael Ott wiederholte die für die Verwaltung wichtigsten Argumente, um an der Planung für den Bau einer Flüchtlingsunterkunft gegenüber der Kaserne festzuhalten. Wie berichtet soll das Gebäude so konzipiert werden, dass es auch als Wohnhaus für Sozialhilfeempfänger genutzt werden könnte. Insgesamt sollen zwölf Wohnungen mit insgesamt 52 Plätzen errichtet werden. Ein Neubau sei wirtschaftlicher als eine Ertüchtigung des Altbestands, so Ott. Das Gebäude soll die alte Flüchtlingsunterkunft an der Kamener Straße und das genauso genutzte aber inzwischen stillgelegte Gebäude an der Hammer Straße ersetzen. Die Stadt rechnet mit Baukosten von 2,4 Millionen Euro plus konjunkturbedingter Reserve von einer halben Million Euro.

CDU prophezeit noch höhere Kosten

Er prophezeie, dass es noch teurer werde, sagte CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich. Nach wie vor gebe es Alternativen, die ihm günstiger erscheinen, so Fröhlich. So bietet die Bundesanstalt Bima leer stehenden Wohnraum in Unna an. „Aber offensichtlich ist es gewollt, diese Unterkunft zu bauen“, so Fröhlich.

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Die Alternativen waren bekannt geworden aufgrund einer Recherche der FDP. Ein Großteil des Bima-Bestands liegt in der ehemaligen Landesstelle, und die Stadt sieht von dieser Möglichkeit ab, vor allem, weil die Hochschule an diesem Standort sich erweitern wolle. Die Privatuni will Immobilien vom Bund übernehmen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Günter Schmidt verwies im Ausschuss aber auch darauf, dass zehn von insgesamt 60 Bundeswohnungen im Bereich der früheren Hellweg-Kaserne in Unna-Süd seien – bezugsfertig und mietzinsfrei, so Schmidt. Zehn Wohnungen machten schon 76 Prozent dessen aus, was mit dem Neubau in Königsborn geschaffen werden soll.

Björn Merkord (Bündnisgrüne) erinnerte hingegen daran, dass es sich bei der Schaffung von ausreichend Wohnraum um eine Pflichtaufgabe der Stadt handele. Für die SPD-Fraktion erklärte Michael Tietze die Zustimmung zu dem Projekt, und so wurde letztlich mehrheitlich der Bau beschlossen.

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Der Haupt- und Finanzausschuss beschäftigt sich am 11. Oktober (17 Uhr im Ratssaal) noch einmal mit dem Bau der städtischen Unterkunft. Das letzte Wort hat der Stadtrat, voraussichtlich am 31. Oktober.
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