Bei der „Refill“-Aktion geht es um mehr als kostenloses Trinkwasser

dzTrinkwasser

Eine Wasserflasche mit ins nächste Geschäft nehmen und sie dort mit frischem Trinkwasser auffüllen lassen: Das klingt gut und geht unkompliziert – und in Unna machen immer mehr Händler mit.

Unna

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Katja Vogt hat sie immer dabei: Eine kleine, knapp einen halben Liter fassende Flasche. Gefüllt ist sie stets mit frischem Leitungswasser – und das auch, wenn sich die Inhaberin des Geschäfts „Refugio“ auf einem Stadtbummel befindet.

Denn dank der Aktion „Refill“ gibt es deutschlandweit mittlerweile über 3000 Geschäfte oder öffentliche Einrichtungen, die es Passanten anbieten, ihre mitgebrachte Wasserflasche mit frischem Leitungswasser wieder aufzufüllen.

Jetzt lesen

Die Idee hinter diesen „Refill-Stationen“ ist einfach: Wer seine eigene Wasserflasche beim Einkaufsbummel kostenlos wieder auffüllen kann, kauft keine neue Plastikflasche – und schont so die Umwelt.

Aufkleber kennzeichnet die „Refill-Stationen“

Dass es in Unna gerade immer mehr dieser Nachfüllstationen gibt, liegt auch an Katja Vogt. Schon vor zwei Jahren, kurz nachdem „Refill Deutschland“ von Hamburg aus startete, machte sie ihr „Refugio“ zur „Refill-Station“ – deutlich sichtbar durch einen Aufkleber an der Tür. Von Anfang war sie dabei realistisch: „Die Tatsache, dass wir diesen Aufkleber an der Tür haben, bringt vielleicht keine Leute in den Laden, aber es handelt sich einfach um eine gute Sache und deswegen machen wir da mit.“

Bei der „Refill“-Aktion geht es um mehr als kostenloses Trinkwasser

Außer Schlemmerbratwurst gibt‘s auch frisches Wasser: Der Senfladen an der Massener Straße ist auch eine „Refill-Station“, wie der Aufkleber zeigt. © Anna Gemünd

Aus dem „Mitmachen“ ist längst ein „Mit-Motivieren“ geworden: Katja Vogt rührt bei den Einzelhändlern und Dienstleistern in ihrer Nachbarschaft und in der gesamten Unnaer Innenstadt fleißig die Werbetrommel für die Aktion. Mit Erfolg: Über 25 „Refill-Stationen“ gibt es aktuell in Unnas Innenstadt, schätzt Vogt. „Das wächst nach und nach. Durch die Hitze Ende Juni sind viele auch noch mal mehr darauf aufmerksam geworden“, sagt die Inhaberin des „Refugio“.

Karte zeigt die „Refill-Stationen“ mit Verzögerung

Auf der offiziellen Karte von „Refill Deutschland“ sind noch nicht alle Standorte verzeichnet, denn bis die Meldungen neuer Stationen dort eingepflegt sind, dauert es immer eine Weile. Hinter dem Projekt steckt schließlich ehrenamtlicher Einsatz.

Bei der „Refill“-Aktion geht es um mehr als kostenloses Trinkwasser

Auch das Reisebüro Timmermann an der Massener Straße macht bei der „Refill“-Aktion mit. © Anna Gemünd

Katja Vogt hofft, dass die zunehmende Anzahl der „Refill-Stationen“ in Unna auch dazu beiträgt, dass mehr Menschen sich bewusst werden, wie schädlich Plastikflaschen sind. „Es wird gerade vieles dafür getan, das Umweltbewusstsein zu schärfen, indem zum Beispiel Plastiktüten nicht mehr kostenlos abgegeben werden. Aber dann müssen wir auch darauf achten, wie wir unser Wasser trinken“, sagt Vogt.

„Wir haben eine so hohe Qualität an Leitungswasser in Deutschland; da sollte es selbstverständlich sein, dass ich nicht noch Trinkwasser in Plastikflaschen kaufe.“
Katja Vogt

Sie selbst nutzt seit Jahren Zuhause nur noch frisches Leitungswasser. „Wir haben eine so hohe Qualität an Leitungswasser in Deutschland; da sollte es selbstverständlich sein, dass ich nicht noch Trinkwasser in Plastikflaschen kaufe“, findet sie.

In den USA ist die eigene Wasserflasche immer dabei

Die eigene Wasserflasche mit frischem Leitungswasser immer dabei zu haben – was für viele Deutsche offenbar noch ungewohnt scheint, sei in den USA beispielsweise längst Alltag. „Ich war gerade dort und da gehört es ganz selbstverständlich dazu, dass man seine eigene Wasserflasche dabei hat“, erzählt Katja Vogt.

Dass tatsächlich Leute schon in ihren Laden gekommen sind und um das Auffüllen ihrer Wasserflasche gebeten haben, hat die „Refugio“-Inhaberin bisher noch nicht erlebt. „Das kommt vielleicht jetzt, wenn zum einen die Hitzeperioden wieder länger werden und gleichzeitig diese Aktion bekannter wird“, mutmaßt sie.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kalenderaktion

Für die Satdtkirche: Jury hat die Motive für den Unnaer Benefiz-Kalender 2020 ausgesucht

Hellweger Anzeiger Autodiebstahl

Gefängnisstrafen für Bande von Autodieben – zwei von 30 Autos in Unna gestohlen