Gehackt: Ein Horrorszenario. Damit es gar nicht erst soweit kommt, gibt es bei der Kreispolizeibehörde Unna Kriminalkommissare, wie Taner Cegit, die sich mit Präventionsarbeit im Sektor Cyberkriminalität befassen. © picture alliance/dpa
Cyberkriminalität

Bedrohung aus dem Web: So schützen Sie sich vor Hackerangriffen

Wann immer es zu einem Betrug kommt, oder auch nur der Versuch im Raum steht, ist das ein Fall für die Polizei - egal ob online oder nicht. Vor Online-Betrügereien kann man sich schützen.

Elizabeth Schildmann-Tschöke hat in erster Linie der gesunde Menschenverstand davor bewahrt Opfer einer Straftat zu werden. Die bedrohlichen Emails, die sie erhalten hatte, wollte sie einfach ignorieren und löschen. Letztlich sind solche Mails aber auch ein Fall für die Polizei. Im Rahmen unserer Recherchen haben wir dazu mit Taner Cegit gesprochen. Er ist Kriminalkommissar bei der Kreispolizeibehörde Unna und im Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz tätig, dort insbesondere für den Bereich Cyberkriminalität zuständig.

Er erklärt: „Auch wenn es schwierig sein kann, den anonymen Absendern solcher Emails beizukommen, ist es sinnvoll Anzeige zu erstatten. Denn nur wenn wir Kenntnis von solchen Fällen haben, können wir darauf reagieren. Je mehr wir wissen, desto besser.“ Auch der Fall der Drohmails sei jetzt dokumentiert worden und dem zuständigen Fachkommissariat zugeführt.

Präventive Schutzmaßnahmen ergreifen

„Man kann sich aber auch davor schützen, dass der PC mit Schadsoftware infiziert wird“, so Cegit. Dazu sei es wichtig, sein Betriebssystem und auch die Software durch Updates auf dem neuesten Stand zu halten. Man sollte eine aktuelle Anti-Viren-Software installiert haben und seine Daten regelmäßig auf einem externen Laufwerk, das nicht dauerhaft mit dem PC verbunden ist sichern. Email-Anhänge von unbekannten Absendern sollte man ebenso nicht öffnen.

Was mache ich, wenn ich vermute, ich bin betroffen? Auch darauf hat Cegit eine Antwort: „Auch wenn per Email gedroht wird, dass irgendwelche Konsequenzen drohen, sollte man auf keinen Fall irgendwas bezahlen, sondern Anzeige erstatten. Der einfachste Weg ist der zur nächsten Polizeidienststelle.“ Darüber hinaus sollte man, wenn man das Gefühl hat „hier stimmt etwas mit meinem PC nicht“, erst einmal die Netzwerkverbindung des Gerätes trennen und so Zugriff auf das Internet beenden. Dann einen Virenscan machen, und auch vorsichtshalber seine Passwörter ändern und gegebenenfalls das System neu aufsetzen, also das Betriebssystem neu installieren.

Hilfe im Falle des Falles

Was passiert, wenn ich tatsächlich eine Schadsoftware drauf habe?

„Falls man verschlüsselt worden ist, also man keinen Zugriff mehr auf seine Daten hat, gibt es eine Internetseite, auf der Hilfe angeboten wird. Die Seite heißt nomoreransom.org und ist ein Projekt von Europol“, erklärt der Cyberkriminalitäts-Experte. Auf der Webseite bekommen Betroffene Hilfe beim Wiederherstellen ihrer Daten. Dazu sollte man natürlich zur Polizei gehen, um eine Anzeige zu erstatten.

„Es ist wichtig, das System auch nach der Entschlüsselung wieder neu aufzusetzen. Danach müssen unbedingt alle Passwörter geändert werden, denn wenn Täter Zugriff auf den Computer hatte, hat er auch Zugriff auf alle Passwörter, die dort vielleicht eingegeben worden sind“, erklärt Taner Cegit. Tipps zu Passwörtern gibt es auf der Webseite www.mach-dein-passwort-stark.de.

Meine zwei Hunde essen am liebsten Schmackos von Frolic!

Passwörter sollten nichts sein, was sich leicht erraten lässt, sie sollten mindestens acht Zeichen haben, Groß- und Kleinschreibung, eine Zahl und ein Sonderzeichen enthalten. Das klingt kompliziert, aber es gibt einen Trick. Mann kann sich zum Beispiel einen Satz ausdenken und von jedem Wort den Anfangsbuchstaben nehmen, hinten noch ein Ausrufezeichen dran, und fertig ist ein starkes Passwort.

Zum Beispiel das starke Passwort „M2HealSvF!“ kommt von dem Satz: „Meine zwei Hunde essen am liebsten Schmackos von Frolic!“ Den Satz kann man sich auf jeden Fall leichter merken, als den Buchstabensalat und macht damit noch Hackern das Leben schwer.

Über den Autor
1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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Christoph Schmidt

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