Großes Bedauern auch bei den Besuchern der letzten Stadtlichter in Unna

dzKunstort Unna

Wolfgang Flammersfelds Stadtlichter werden eine Lücke hinterlassen. Bei einer Führung, die er als Beitrag zu „Kunstort Unna“ angeboten hatte, drückten viele Gäste ihr Bedauern über das Ende aus.

von Sebastian Pähler

Unna

, 16.09.2019, 10:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eines ist sicher: Sie werden in Unna fehlen, die Stadtlichter auf dem Westfriedhof. Das wurde bei einer Führung deutlich, die Initiator Wolfgang Flammersfeld anlässlich der Aktion Kunstort Unna anbot. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich die Lichterschau und ihre Entstehung vom kreativen Kopf dahinter erläutern zu lassen.

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Stadtlichter Unna

16.09.2019
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Auf großes Interesse stieß die Führung über den Westfriedhof bei den Stadtlichtern. Folfgang Flammersfeld (rote Jacke) berichtete vom Aufbau und dem künstlerischen Prozess.© Sebastian Pähler
© Marcel Drawe
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Ein Wort sticht raus bei dieser Installation auf dem Westfriedhof. Für Wolfgang Flammersfeld wurde sie damit Sinnbildlich für die Misere, die zum Ende der Stadtlichter in Unna geführt hatte. Die Besucher verstanden die Anspielung und antworteten auf die Frage, welches Wort nicht in die Reihe passt „machen“!© Sebastian Pähler

Rund hundert Teilnehmer bei der Führung zum Abschied

Erkennbar erstaunt nahm Wolfgang Flammersfeld zur Kenntnis, wie viele Menschen sich anlässlich der wohl letzten Gelegenheit für die Stadtlichter interessieren. Rund 100 Teilnehmer warteten auf ihn am Treffpunkt für den geführten Rundgang auf dem Westfriedhof. „Wollen sie jetzt alle mitgehen? Ich habe gar kein Megafon dabei“, stellte Flammersfeld überwältigt fest. Gut fand er die große Neugier auf seine letzte Installation auf dem Unnaer Friedhof aber doch. „Das ist ja erfreulich“, bemerkte er und führte die Besuchergruppe an liebgewonnenen und neuen Lichtspielen vorbei.

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Stimmungsvolles Kunstlicht, aber keine Lichtkunst

Auch wenn es die letzte Schau in Unna ist, sind doch rund 80 Prozent der Installationen neu. Aufsehen erregte etwa die Projektion von ineinander übergehenden Gesichtern in einen Baumwipfel, verschiedene Filme auf halbtransparenten Projektionsflächen oder auch simplen Netzen, die es den Betrachtern durch die Beleuchtung schwer machten, einzuordnen, woraus die schimmernden Objekte tatsächlich bestehen.

„Wir beschäftigen uns mit einfachsten Materialien und Licht“, erläuterte Wolfgang Flammersfeld. „Wir versuchen aus dem Material möglichst viel Stimmung heraus zu holen.“ Genau darin liegt für Flammersfeld wohl auch das Problem mancher Kritiker der Schau: Weil es bei den Stadtlichtern eben um Stimmung geht, passt sie nicht in die anerkannte Definition von Lichtkunst.

Allzu umfassend wollte sich Flammersfeld eigentlich nicht über die Gründe seines Wegganges äußern, aber in ein paar Bemerkungen ließ er doch durchschimmern, was ihn in der Angelegenheit bitter stimmt. „Die Diskussion ist ja: Ist das Kunst oder kann das weg?“, meint er. Nun könnten ja andere den Platz übernehmen und zeigen, ob sie es besser machen können.

Großes Bedauern auch bei den Besuchern der letzten Stadtlichter in Unna

Auf großes Interesse stieß die Führung über den Westfriedhof bei den Stadtlichtern. Wolfgang Flammersfeld (rote Jacke) berichtete vom Aufbau und dem künstlerischen Prozess. © Sebastian Pähler

„Schade!“

Gegen Ende der Führung betonte Flammersfeld noch einmal, dass dies die letzten Stadtlichter in Unna seien. „Das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen“, merkte ein Teilnehmer ungläubig an. „Doch!“, musste ihn Flammersfeld enttäuschen. „Schade!“, stellten mehrere Besucher daraufhin fest.

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