Bau eines neuen Flüchtlingswohnheims für Unna soll bald anlaufen

dzKamener Straße

Die Stadt Unna stellt sich auf die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ein. Als Mitglied im Bündnis „Sichere Häfen“ könnte die Stadt mehr Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeerraum erhalten.

Unna

, 28.09.2019, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unna stellt sich dafür auf, die Aufnahmeverpflichtung für Asylbewerber weiterhin erfüllen zu können. Mit dem Bau einer neuen Notunterkunft an der Kamener Straße will die Stadt eine zeitgemäße und schnell verfügbare Unterbringung von Neuankömmlingen sicherstellen. Ihr humanitäre Verantwortung unterstreicht die Stadt zudem durch den Beitritt in das Bündnis „Sichere Häfen“.

Dieses Netzwerk greift die Probleme auf, die sich durch die Flucht von Menschen übers Mittelmeer ergeben. Von Schleusern in überfüllten Gummibooten auf offene See geschickt werden diese Flüchtlinge oft von privat finanzierten Rettungsschiffen aufgenommen, die dann immer wieder vor Häfen liegen, in die ihnen keine Einfahrt gewährt wird.

Die Mitglieder des Städtenetzswerks „Sichere Häfen“ wollen den Küstenanrainern eine Brücke für den Einlass der Flüchtlinge bauen, in denen sie ihre Aufnahme zusichern.

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Der Rat der Stadt beschloss den Beitritt zum Bündnis in der Sitzung, in der auch die letzten Hürden für den Neubau einer Notunterkunft an der Kamener Straße beseitig wurden. Der Satzungsbeschluss für einen Bebauungsplan und für eine Nutzungsordnung der Notunterkünfte soll die Stadt nun in die Lage versetzen, mit dem Bau der Immobilie alsbald zu beginnen.

Grundsätzlich beschlossen worden war der Bau schon im vergangenen Jahr nach einer Kontroverse. Drei Millionen Euro soll die Immobilie kosten, was gleich von mehreren Stimmen aus der Politik als sehr hoch gegriffen beschrieben worden war. Unter anderem galten die erwarteten Abrisskosten für das heutige Wohnheim aus den 50er-Jahren als unverständlich.

Unna hat viele Notunterkünfte aufgegeben

Die Stadt vermeidet seitdem den Begriff der Notunterkunft und spricht stattdessen von sozialem Wohnungsbau. Die 13 Kleinstwohnungen in den Gebäuden sollen zunächst für die Aufnahme von Asylbewerbern genutzt werden, später aber eventuell auch anderen Interessenten angeboten werden.

Unna hat seit den 1990er-Jahren viele Übergangswohnheime verkauft oder abgerissen und die Kapazitäten für die behelfsweise Unterbringung von Menschen dadurch erheblich reduziert.

Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen werden, bringt Unna in angemieteten Wohnungen unter. Das soll auch eine Verteilung über das Stadtgebiet sicherstellen und die Integration der Neuankömmlinge begünstigen. Allerdings ist Wohnraum in Unna knapp, vor allem wenn es um günstige Sozialwohnungen geht.

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