Störungen im Verkehr: Stadt Unna stopft letzte Löcher zwischen Verkehrsring und Morgentor

dzBaustellen

Dass im Boden unter Unnas Altstadt längst vergessene Keller schlummern, hat schon einige Bauvorhaben gestört. Für den neuen Platz am Morgentor greift die Stadt daher zu gründlichen Gegenmaßnahmen.

Unna

, 17.01.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vergessene Kellergewölbe aus alten Zeiten haben allein am Morgentor schon zweimal für böse Überraschungen gesorgt. Zunächst war es die unterirdische Verlegung des Kortelbachs, bei der die Schachtarbeiter plötzlich in alten Kellern der Brauerei und Schnapsbrennerei Voß standen. Später begann daneben noch urplötzlich eine Stromstation im Boden zu versinken.

Obwohl diese Gewölbe seinerzeit mit Beton ausgegossen wurden, will sich die Stadt nun nicht darauf verlassen, dass damit alle Löcher im Boden verschlossen sind. Sondierungsbohrungen hatten gezeigt, dass es noch weitere Hohlräume gibt. Vor dem Bau eines neuen Platzes am Morgentor ergreift die Stadt daher gründliche Maßnahmen für einen tragfähigen Baugrund.

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Das wird zunächst für Störungen in dem Bereich sorgen. Ab Montag, 20. Januar, wird die Fläche zwischen Ostring, Morgenstraße und Voßkuhle zur Baustelle beziehungsweise zur Baugrube. Bis auf fünf Meter Tiefe soll das Erdreich zunächst ausgebaggert und dann mit einer Plombe aus Schotter fest aufgefüllt werden.

Bis Ende März „Einschränkungen im Verkehr“

Das Rathaus kündigt „Einschränkungen im Verkehr“ an, ohne diese jetzt schon sehr präzise beschreiben zu können. Die eigentliche Baugrube liegt in einem Bereich, der zurzeit ohnehin gesperrt ist. Aber es werden dort Baufahrzeuge verkehren: etwa ein Bagger für die Erdarbeiten und Lastwagen, die Material abfahren und anliefern.

Hauptsächlich sollen diese Störungen zu Lasten der Voßkuhle und der Morgenstraße gehen, die in diesem Bereich innerhalb des Rings relativ wenig befahren wird. Bis Ende März solle die Bodenaufbereitung abgeschlossen sein. Danach sei ein direkter Übergang in die eigentliche Umgestaltung am Morgentor vorgesehen, erklärt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld.

Unnas „Shared Space“ schafft Platz für die Außengastronomie

Die Stadt will die Flächen am Morgentor zu einem Platz mit Verweilqualität umbauen lassen. Die ansässigen Gastronomien (Oller Kotten, Tortuga, Waffelstübchen und Tapas) würden weitere Flächen für eine attraktive Außenwirtschaft erhalten. Der Nachbau der Stadtmauer wird in Richtung Stadtgarten verlängert. Autos und Fußgänger sollen sich den Bereich als „Shared Space“ teilen.

Störungen im Verkehr: Stadt Unna stopft letzte Löcher zwischen Verkehrsring und Morgentor

Mehr nutzbare Flächen für die Außenbewirtung der ortsansässigen Gaststätten zu schaffen ist ein Ziel der Umbaumaßnahmen am Morgentor. © Stadt Unna

Dass in Unna immer wieder vergessene Kellergewölbe gefunden werden und zu Störungen bei Baumaßnahmen führen, hat unterschiedliche Gründe. Stärker als Bombardements im Zweiten Weltkrieg haben der große Stadtbrand 1723 und der anschließende Wiederaufbau die Baugrenzen verändert. Die Bebauung über der Erde und die Gewölbe unter der Erde sind keineswegs immer deckungsgleich.

Am Verkehrsring kommt hinzu, dass dieser überhaupt keinen historischen Vorläufer hatte. Für den Bau des 1967 fertiggestellten Ostrings etwa mussten größere Baumbestände und auch einige Häuser beseitigt werden.

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