Keine Chance für neue Baumschutzsatzung in Unna - aber für Investition in grünere Stadt

dzBäume in Unna

Trotz flammender Appelle der Grünen gibt es für eine neue Baumschutzsatzung in Unna keine Mehrheit. Stattdessen denken Politiker darüber nach, deutlich mehr Geld für städtisches Grün auszugeben - nicht nur die Grünen.

Unna

, 20.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bürger in Unna sollen die Freiheit behalten, Bäume auf ihrem Grundstück zu fällen oder nicht. Die Bündnisgrünen hatten gefordert, die Baumschutzsatzung für Unna wieder aufleben zu lassen. Eine Mehrheit im Stadtrat hatte sie im Jahr 2014 abgeschafft. Bis dahin musste eine städtische Baumschutzkommission in jedem Einzelfall eine Fällgenehmigung für Bäume auf Privatgrundstücken erteilen. Und oft tat sie es nicht, wenn keine zwingenden Gründe der Baumeigentümer dafür sprachen.

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Grüner „Appell an das Gewissen“

Sie wolle an das Gewissen der Ausschussmitglieder appellieren, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert nun im Umweltausschuss. Da in Unna immer mehr Bäume gefällt werden müssten wie zuletzt die berühmte Buche an der Post, sei es nun umso wichtiger, Bäume zu erhalten, die erhalten werden können.

CDU: Bürger haben dazugelernt

Bernhard Albers (CDU) hingegen vertrat die Ansicht, dass viele Bürger dazugelernt hätten. Und einige seien bereit, neue Bäume zu pflanzen. Das war immer ein Argument der Gegner der Schutzsatzung: Mit dem Wissen, jeden Baum irgendwann auch wieder beseitigen zu dürfen, entscheide sich mancher Privatmann eher für das Pflanzen. Die Menschen sollten über ihr Eigentum selbst entscheiden dürfen, so Albers. Kunert wiederum sieht „jeden Bürger in der Pflicht, das Klima zu schützen und Bäume nicht zu fällen“. Die Baumschutzsatzung sah sie an dieser Stelle als „Schützenhilfe“.

SPD: „Totales Umdenken in der Umweltpolitik“ nötig

Allein aus Gründen des Vertrauensschutzes sei er dagegen, die abgeschaffte Satzung nun wieder einzuführen, meinte Ralph Bürger (SPD). Er lenkte allerdings den Blick auf ein grundlegendes Problem: den Mangel an Grün in Unna. Die Stadt soll künftig mehr investieren. „Wir brauchen ein totales Umdenken in der Umweltpolitik hier vor Ort“, sagte Bürger.

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Die Stadt müsse sich um mehr öffentliches Grün bemühen. Perspektivisch sei das Anpflanzen von 200 bis 300 neuen Bäumen pro Jahr nötig. Es müssten im nächsten Haushalt sechsstellige Summen für die Stadtbegrünung reserviert werden, so Bürger. Björn Merkord (Grüne) zeigte sich skeptisch. Er erinnerte daran, dass schon seit geraumer Zeit vakante Baumstandorte an Straßen nicht wieder neu bepflanzt würden. Umso wichtiger sei es, „dass wir private Bäume schützen“. Dies sei auch vor dem Hintergrund des beschlossenen Klimanotstandes notwendig, sagte Silke Hähnel von der Linkspartei.

Für die Wiedereinführung der Baumschutzsatzung gab es keine Mehrheit. Charlotte Kunert kündigte an, auch in der nächsten Ratsperiode dafür zu kämpfen.

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