Der Neubau des Teichs im Bornekamp steht bevor. Im Sommer lassen die Stadtbetriebe die Anlage neu errichten, mit verändertem Bachlauf. Im Vorfeld müssen jetzt Bäume verschwinden.

Unna

, 18.02.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach längerer Diskussion war es der Wille einer politischen Mehrheit, dass der Ententeich im Bornekamp neu gebaut wird. Und dieser Beschluss wird in diesem Jahr umgesetzt. Als erstes müssen im Park an der Bornekampstraße nun Bäume gefällt werden.

Die Stadtbetriebe erläuterten unserer Redaktion Gehölzarbeiten, die vor allem Ende dieser oder Anfang kommender Woche im Bornekamp erfolgen sollen. Das Fällen von neun Bäumen muss jetzt erledigt werden. Ab Ende Februar ist es Privatleuten ebenso wie der öffentlichen Hand untersagt: Bäume und Sträucher stehen dann unter Schutz, weil das Brutgeschäft der Vögel beginnt.

Enten sind im Umfeld des Teichs regelmäßig anzutreffen. Kürzlich lief diese Gruppe auf der Straße herum, als könnten die Tiere ahnen, dass bald Arbeiten an ihrem Wohnsitz beginnen.

Enten sind im Umfeld des Teichs regelmäßig anzutreffen. Kürzlich lief diese Gruppe auf der Straße herum, als könnten die Tiere ahnen, dass bald Arbeiten an ihrem Wohnsitz beginnen. © Raulf

Die eigentlichen Bauarbeiten im Bornekamp würden im Sommer beginnen, sagte Projektleiter Richard Duksa. Die Baumarbeiten würden aber nun vorgezogen.

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Im Zuge der Fällarbeiten müsse der obere Weg in Höhe der Teichanlage gesperrt werden. Die andere Wegeverbindung aber soll offen bleiben, erklärte Duksa.

Teils werde in diesem Zuge auch Totholz rund um den Bestandsteich entfernt. Vor allem aber wären die Bäume und Sträucher den neuen Gewässern im Weg. Der Bornekampteich soll einen neuen Zu- und Ablauf bekommen. Der Kortelbach, der ihn bisher speist, soll künftig um den Teich herumführen.

Kosten

Teichneubau für knapp 700.000 Euro

  • Es war vor allem der Wunsch vieler Bürger, dass der marode Teich im Bornekamp nicht aufgegeben wird. So beschloss die Politik den Neubau.
  • Im Spätsommer 2019 wurde bekannt, dass dieser doch aufwendiger und damit teurer wird als ursprünglich geschätzt. Rund 700.000 Euro sollen die Bauarbeiten kosten.

Kortelbach mal offen, mal im Rohr

Das Bachprofil, das das Fließgewässer bisher von Süden her in den Teich führt, soll aufgegeben und verfüllt werden. Der Kortelbach beschreibt demnächst einen Schwenk nach rechts beziehungsweise Osten und mündet dann nördlich des Teichs im Rohr.

Er tritt weiter im Norden schon jetzt wieder zutage: Zwischen der B1 und dem Freibad fließt seit einem aufwändigen Umbau Bachwasser durch den Park. In einem Schneckenbauwerk verschwindet es für seinen weiteren Weg unter der Innenstadt hindurch. Die Offenlegung war der Abschluss des Entflechtungsprojekts: Der Kortelbach hat ein neues Rohr bekommen und wurde so vom Schmutzwasser getrennt.

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Der Teichneubau hat einen anderen Hintergrund. Die Folie im Teich ist seit Jahren undicht und lässt sich auch nicht mehr reparieren. Eine Instandsetzung nach dem bisherigen Prinzip ist nicht mehr möglich: Die Stadt Unna darf den natürlichen Bachlauf nicht künstlich aufstauen. Bach und Teich sollen aber nicht ganz voneinander getrennt werden.

Das Fließgewässer wird einen Überlauf zum Teich haben. Der Bach führt mal mehr und mal weniger Wasser, fällt im Sommer auch trocken. Erreicht der Pegel eine gewisse Höhe, soll künftig Wasser in den Teich überschwappen. Am nördlichen Ende wird ein Überlauf eingerichtet.

Hier fließt der Kortelbach in den Teich. Der Zulauf wird demnächst zugeschüttet. Der Bach fließt dann östlich am Teich vorbei - von einem Überlauf für hohen Bachwasserstand abgesehen.

Hier fließt der Kortelbach in den Teich. Der Zulauf wird demnächst zugeschüttet. Der Bach fließt dann östlich am Teich vorbei - von einem Überlauf für hohen Bachwasserstand abgesehen. © Raulf

Stein der Jakobsquelle wird verlegt

Der Kortelbach wird aber nicht die hauptsächliche Wasserquelle für den neuen Teich sein. Die Stadtbetriebe wollen dafür hauptsächlich die Jakobsquelle nutzen. Diese hat einen nicht ganz geklärten Ursprung und mündet in einem künstlichen Quellstein. Er wurde am nördlichen Ende des Teichs gebaut. „Das war etwas unglücklich“, erklärte Projektleiter Duksa. Der Quellstein soll verlegt werden an das südliche Ende. So soll das Wasser den Teich besser durchströmen.

Grundwasserpegel als Quelle für Notzeiten

Auch diese Quelle läuft nicht zuverlässig wie eine Trinkwasserleitung. Dass der Teich im Sommer trockenfällt, bleibt weiterhin möglich. Fische, die das Gewässer besiedeln, sollen sich künftig in eine tiefere Zone zurückziehen können, wenn der Pegel fällt.

Zusätzlich haben die Stadtbetriebe noch ein Ass im Ärmel: Es wurden im Bornekamp zwei Pegelstellen eingerichtet, die den Grundwasserstand messen. Diese könnten theoretisch auch als Entnahmestellen genutzt werden, um Wasser in den Teich zu leiten.

Zu wenig Wasser ist für den Teich ein Problem. In diesem Jahr aber ist einmal möglichst viel Trockenheit nötig: Ein hoher Grundwasserstand würde die Bauarbeiten erschweren. Sie müssten deswegen auf jeden Fall im Sommer erfolgen, erklärte Duksa.

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