Bauingenieure Werner setzten auf Unna als Standort

dzWirtschaftsserie Unna

Drei Männer mit dem Namen „Werner“ in einem Unternehmen – das kann für Verwirrung sorgen. Oder aber für Erfolg, wie die Werner Bauingenieure zeigen. Das Unternehmen setzt auf Familienbande – und Unna als Standort.

Unna

, 20.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Zugegeben, es fällt nicht leicht, sich in diesem Besprechungsraum auf das zu konzentrieren, was an der Leinwand präsentiert wird. Zu sehr schweift der Blick dann doch immer wieder ab zu dem bodentiefen Fenstern, aus denen sich der weite Blick über die Uelzener Heide und die Mühlhauser Mark eröffnet. Das muss auch der kaufmännische Geschäftsleiter Matthias Werner zugeben: „Mittlerweile werden wir immer öfter gebeten, Baubesprechungen doch bei uns stattfinden zu lassen – das liegt auch sicherlich an diesem schönen Blick, den man von ihr aus hat.“ Das Bürogebäude der Werner Bauingenieure an der Isaac-Newton-Straße im Indupark liegt strategisch günstig – in jederlei Hinsicht.

Zwei Jahre ist es her, dass Günter Werner sein 1979 in Menden gegründetes Ingenieursbüro nach Unna verlegte. Zwei Jahre, in denen viel passiert ist. „Das sackt erst alles so nach und nach“, sagt Matthias Werner. Er ist als Rechtsanwalt ein bisschen die Ausnahme in der Reihe der Werners: Vater Günter Werner ist Fachingenieur für Tragwerksplanung, ebenso Sohn Daniel Werner. Dass Matthias Werner als Jurist sich schwerpunktmäßig mit Bau- und Architektenrecht befasst, macht die Werner-Reihe der Bauingenieure dann wieder komplett.

Gute Kombination

„Ich weiß gar nicht, ob es für uns von Anfang an so klar war, dass wir beide in das Büro unseres Vaters einsteigen“, meint Matthias Werner. Heute steht fest: Es hat sich gelohnt. Denn mit dem Ingenieurswissen des einen und den juristischen Kenntnissen des anderen ergänzen sich die Werners gut.

So gut, dass 2016 der Sprung aus dem lokal überschaubaren Markt rund um das sauerländische Menden in das zentral gelegenere Unna zwingend nötig wurde. „Wir sind aus dem lokalen Markt mehr und mehr rausgewachsen. Mit zunehmenden Fachbereichen wie beispielsweise Brandschutz oder Brückenbau brauchten wir mehr Mitarbeiter und damit in der Folge auch mehr Platz“, erklärt Matthias Werner, wieso der Schritt nach Unna logisch war.

Denn die Anforderungen, die der neue Standort des Unternehmens haben sollte, waren eine gewisse Gratwanderung: Nicht zu weit weg von Menden sollte er sein, denn die Mitarbeiter des Unternehmens kommen größtenteils aus Menden und dem Sauerland. „Ihnen wollten wir keine zu lange Anfahrt zumuten, weil wir sie natürlich behalten wollten“, erklärt Matthias Werner.

Lokal verwurzelt

Hinzu kamen die über viele Jahre gewachsenen Verbindungen zu heimischen Architekten. Gleichzeitig aber stieg mit der zunehmenden Auftragserweiterung auch über die Grenzen des Bundeslandes hinaus die Notwendigkeit einer guten Verkehrsanbindung. Vom alten Standort im Mendener Ortsteil Lendringsen brauchte es schon mal bis zu 30 Minuten, bis die erste Autobahn erreicht war.

„Da sprach einfach alles für Unna“, sagt Matthias Werner, „die Anbindung ist in jeglicher Hinsicht ideal. Das hilft uns auch bei der Personalakquise, weil wir so auch plötzlich für Leute aus dem Ruhrgebiet viel interessanter geworden sind.“ Hinzu kam eine „optimale“ Betreuung durch die Wirtschaftsförderung im Kreis Unna (WFG), betont Matthias Werner.

Bauingenieure Werner setzten auf Unna als Standort

Die neue Konstruktion der Brücke an der Zechenstraße lag auch in Verantwortung der Werner-Bauingenieure. © Marcel Drawe

Mit dem Brandschutzkonzept für die Lindenbrauerei, der Planung für den Neubau der Brücke an der Zechenstraße und den Tragwerksplanungen für das „Medical Center“ am Katharinen-Hospital sowie für den WBU-Turm am Busbahnhof haben Werner Bauingenieure mittlerweile auch etliche Projekte in Unna begleitet. Und auch am wohl spektakulärsten Restaurierungsprojekt in Unna der vergangenen Jahre sind sie beteiligt: „Wir betreuen die Sanierung der Sturmschäden an der Stadtkirche“, erklärt Matthias Werner. „Historische Bausubstanz“ ist ein eigener Bereich innerhalb des Unternehmens – und ein Alleinstellungsmerkmal. „Das machen nicht viele Ingenieurbüros“, weiß Matthias Werner, „letzten Endes ist es damit aber wie beim Neubau: Es muss auch stehen bleiben.“

Für die nächsten Jahre ist die Prämisse der drei Werners klar: „Wir wollen uns langfristig halten, deswegen setzen wir auf kontrolliertes Wachstum.“ Und das soll vor allem in Unna geschehen – trotz der Eröffnung zweier Außenbüros in Düsseldorf und Münster. „Unna ist unser Ankerpunkt. Das wirkliche Wachstum werden wir hier in Unna vollziehen“, kündigt Matthias Werner an. In Unna ist ja auch die Aussicht am schönsten.

  • Das ist die Idee: Wenn neue Gebäude gebaut oder alte modernisiert werden, braucht es Ingenieure, um die Statik der Gebäude zu berechnen und Pläne zu entwerfen. Die Mitarbeiter von Werner Bauingenieure machen dies in sechs verschiedenen Bereichen: Baustatik, Tiefbau, Ingenieur- und Brückenbau, Bauphysik, Sicherheits- und Gesundheitskoordination und im vorbeugenden Brandschutz.
  • So machen sie das: Angefangen als Zwei-Mann-Büro in Menden, hat Werner Bauingenieure mittlerweile 40 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in Familienhand: Günter Werner gründete das Büro 1979 und ist auch heute noch als Ingenieur im Unternehmen tätig. Seine beiden Söhne, Matthias und Daniel Werner, bilden mit ihm zusammen die Inhaber-Riege. Matthias Werner hat als ausgebildeter Jurist die kaufmännische Geschäftsleitung inne, Daniel Werner ist Fachingenieur für Tragwerksplanung und verantwortet die Projekte. Hauptsitz des Unternehmens ist Unna. In Düsseldorf und Münster gibt es jeweils ein Außenbüro. Ein Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf historischer Bausubstanz – einem Feld, das nicht viele Ingenieurbüros bedienen und den Unnaern damit ein Alleinstellungsmerkmal verschafft.
  • So geht es ihnen: 2016 verlegte Bauingenieure Werner seinen Stammsitz von Menden nach Unna – weil das Unternehmen so sehr gewachsen war, dass längst mehr als der lokale Markt bedient wurde. Mittlerweile erhält das Unternehmen Aufträge aus der gesamten Bundesrepublik – von Mönchengladbach bis Dresden, darunter beispielsweise Aufträge von der Deutschen Bahn. Schwerpunkt bildet der Markt in Nordrhein-Westfalen. Seit dem Umzug nach Unna wurden neun Mitarbeiter neu eingestellt. Über die Universitäten und Hochschule in Dortmund und Bochum werden Werksstudenten in das Unternehmen eingebunden. Der Firmensitz in Unna ist so angelegt, dass ausgebaut werden kann: Zwei Etagen können noch „oben drauf“.
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