Baugebiet in Massen vor Genehmigung: Naturschützer wollen Wiese retten – wohl vergeblich

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Rund 16 neue Häuser sollen auf einer Grünfläche an der Kletterstraße in Massen gebaut werden. Eine Planung dafür soll die Politik jetzt abnicken. Kritik des Naturschutzbunds wird wohl eine Randnotiz bleiben.

Massen

, 24.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon seit mehreren Jahren gibt es den Plan, die Restflächen eines aufgegebenen Landwirtschaftsbetriebs, des „Hueck‘schen Hofes“, mit Wohnhäusern zu bebauen. Zu beiden Seiten der Nordstraße sollten Häuser errichtet werden. Wegen Schwierigkeiten in der Umsetzung wurde das Plangebiet zwischenzeitlich geteilt. Nun soll ein kleinerer Teil zwischen Kletterstraße und Massener Bahnhofstraße für eine Bebauung vorbereitet werden.

Platz für 16 neue Häuser

Rund 16 Häuser können in dem langgezogenen Baugebiet errichtet werden. Für Planer ist es eine Baulücke. Für Naturschützer hingegen handelt es sich um eine der letzten Grünflächen am Rand von Massen. Allein aus kulturhistorischen Gründen sei diese Wiese erhaltenswert, da sie Teil der einst bäuerlich geprägten Kulturlandschaft im Umfeld des ehemaligen „Hueck’schen Hofes“ sei. Mit diesem Argument hat sich die Ortsgruppe Unna des Naturschutzbunds (Nabu) in die Planung eingebracht. Der Nabu lehnt den Bebauungsplan ab.

Nabu: Wiese wertvoll für das Klima

Der Nabu weist auf den Wert der Wiese als Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere hin. Die Stadtverwaltung hingegen verweist auf ein Artenschutzgutachten, wonach es durch das Bauvorhaben nicht zu Verstößen gegen das Naturschutzgesetz komme. Die Entwicklung von Bauland in der Nähe eines Bahnhaltepunktes und des Ortskerns von Massen habe Vorrang vor der Erhaltung der Weide, kommentieren die Planer im Rathaus. Der Nabu argumentiert unter anderem, der Verbrauch und die Versiegelung von Flächen trügen zum Klimawandel bei. „Grünflächen wie Wiesen und Weiden mildern nachweislich die Umgebungstemperaturen, tragen zu einem ausgeglichenen Grundwasserhaushalt bei und binden C02“, ist in einer Stellungnahme der Naturschützer nachzulesen. Aus Sicht der Stadtverwaltung hingegen muss auch an den Ortsrändern Neubebauung erfolgen. In Unna müssten bis 2025 jährlich 80 neue Eigenheime entsgehen, um die Nachfrage zu decken. Die Planer schlagen der Politik vor, den Entwurf des Bebauungsplans zu beschließen.

Parken besser ordnen

Was Bürgern vor allem Sorgen bereitet hatte, war die Verkehrssituation. Im Zuge der Planung soll deswegen das Parken an der Kletterstraße neu geordnet werden. Man plant Anwohnerparken und einen breiten, neuen Gehweg, an dem Autos schräg parken. Unabhängig von diesem Bebauungsplan sollen Verkehrsprobleme angegangen werden, die Bürger an der Massener Bahnhofstraße sehen. Es sei gefährlich, diese in der Nähe der Bahnunterführung zu überqueren.

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