Mit Video: Stadtkirche Unna zeigt jetzt nicht mehr die Zeit an

dzSanierung

Unnas Stadtkirche fehlt die Zeit: Seit Dienstagmorgen sind die drei Zifferblätter samt Zeigern abgebaut. Nach der Sanierung kommen sie frisch lackiert zurück an Ort und Stelle.

Unna

, 24.03.2020, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um 9.40 Uhr am Dienstagmorgen war es so weit: Peter Lachmann und Ansgar Stolzenburg beluden den Baustellenaufzug am Turm der Stadtkirche mit ungewohnter Fracht. Die beiden Mitarbeiter des Turmuhrbauers Korfhage brachten die Einzelteile der Turmuhr nach unten. Die Zeit an der Stadtkirche ist stehen geblieben.

Jetzt lesen

„Die Tumruhr hat nur nach drei Seiten ein Zifferblatt. Über dem Kirchenschiff gen Osten befindet sich keins.“
Dietrich Schneider, Pressesprecher Evangelischer Kirchenkreis Unna

Die Sechs ist ziemlich schmutzig, die restlichen Ziffern erstaunlich sauber. Ziemlich groß sind die Ziffern der Turmuhr allesamt, wenn man sie aus der Nähe betrachtet. Und das dürften die wenigsten Unnaer bisher getan haben: Hoch über der Stadt, an drei Seiten des Stadtkirchenturms zeigen die vergoldeten Ziffern die Zeit an - normalerweise. Doch im Zuge der Turmsanierung müssen sie Platz machen.

„Die Arbeiten an der Fassade befinden sich jetzt genau auf der Höhe der Turmuhr, deswegen müssen die Zifferblätter und Zeiger jetzt ausgebaut werden“, erklärt Dietrich Schneider, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises Unna. Wer nun an einer Seite des Turmes - nach Osten, direkt über dem Kirchenschiff gibt es kein Zifferblatt - ein großes Loch im Mauerwerk erwartet, sucht vergeblich: „Die Segmente der Uhr sind nur davor gesetzt“, erklärt Peter Lachmann.

Zusammen mit seinem Kollegen hat er die aus jeweils drei Bogensegmenten bestehenden Zifferblätter am Dienstagmorgen nach unten geholt. Rund 30 Kilogramm wirkt eines dieser Segmente aus Kupfer mit einer Messing-Unterkonstruktion. Nicht wirklich schwer, aber doch unhandlich: Die gebogene Form und das biegsame Metall sind keine einfach Fracht für den Lastenaufzug am Baugerüst.

Nicht gerade als handlich erwiesen sich die Zifferblätter beim Transport im Lastenaufzug.

Nicht gerade als handlich erwiesen sich die Zifferblätter beim Transport im Lastenaufzug. © Marcel Drawe

Uhrwerk bleibt im Turm

Unten angekommen, werden auch die Dimensionen deutlich: Dem 1,85 Meter großen Pressereferenten Schneider reichen die Zifferblätter und auch der Minutenzeiger bis über die Schultern. „Das wird einem von unten gar nicht so bewusst“, kommentierte Schneider. Das Uhrwerk selbst bleibt bis auf einzelne Bauteile, die gereinigt und aufgearbeitet werden, im Turm. Sie werden nach Ostern wieder eingebaut.

Ganz schön groß: Dietrich Schneider mit dem Stunden- und dem Minutenzeiger. Zum Vergleich: Schneider ist 1,85 Meter groß.

Ganz schön groß: Dietrich Schneider mit dem Stunden- und dem Minutenzeiger. Zum Vergleich: Schneider ist 1,85 Meter groß. © Marcel Drawe

Die Zifferblätter bekommen ebenfalls eine kleine Schönheitskur: „Wir bauen eine neue Unterkonstruktion aus Edelstahl, dann werden sie grundiert und lackiert“, erklärt Peter Lachmann. Anschließend sehen die Zifferblätter wieder wie neu aus, verspricht er. Und sie zeigen ganz Unna wieder zuverlässig die Zeit an.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Kein Verbot: Viele Blumenläden in Unna haben geöffnet - allerdings mit verkürzten Zeiten