Bauarbeiten zwischen Unna und Kamen: Bremsklötze am Hochwasserschutzbecken werden erneuert

dzHochwasserschutz

Bauarbeiten im Grenzgebiet zwischen Unna und Kamen dienen dem Schutz vor Hochwasser. Am Rückhaltebecken Alte Heide lässt der Lippeverband Steine erneuern, die zerstörerische Energie vernichten sollen.

Unna, Kamen

, 15.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mächtige Betonklötze werden am Hochwasserrückhaltebecken in Alte Heide eingebaut. Sie dienen dazu, im Fall eines extremen Unwetters die Kraft heranrauschenden Wassers zu brechen. Die Bauarbeiten haben Ende Oktober begonnen und sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die ganze Anlage ist erst acht Jahre alt. Der Lippeverband lässt Baumängel beseitigen.

Beton haltbarer als Naturstein

Die ursprünglich eingebauten Klötze sind aus Naturstein. Sie werden nun durch Betonquader ersetzt, da man davon ausgeht, dass diese länger haltbar sind. „Die Anlage war trotz der Materialprobleme immer betriebsbereit“, sagt Anne-Kathrin Lappe, Pressesprecherin des Lippeverbands. Die Erneuerung diene dazu, die Betriebssicherheit auch langfristig sicherzustellen.

Schutz für Häuser in Heeren-Werve

Das Hochwasserrückhaltebecken wurde dort errichtet, wo der Kortelbach und der Mühlbach zusammenfließen, wenn sie überhaupt Wasser führen. Beide münden in den Heerener Mühlbach, der wiederum in Kamen zur Seseke führt. Sollten die Bäche auf Unnaer Gebiet nach einem Starkregenereignis anschwellen, bestünde ohne die Schutzanlage die Gefahr, dass Teile des Kamener Ortsteils Heeren-Werve überschwemmt werden, deswegen wurde sie gebaut. Die große Anlage auf Unnaer Gebiet dient also dem Schutz der Nachbarn. Der Lippeverband hatte sie im Herbst vor acht Jahren in Betrieb genommen.

Fassungsvermögen von 250 Bornekamp-Becken

So funkioniert sie: Der Bach fließt durch das künstliche Becken und durch dessen Ausgang. Danach unterquert er die Hammer Straße. Wenn einmal Wasser plötzlich und in großer Menge fließt, verschließt sich der Ausgang des Beckens. Das Wasser wird dann angestaut, um später gedrosselt in den Bach gelassen zu werden. Bis zu 3,70 Meter hoch könnte es bis zur Oberkante des künstlichen Damms reichen. Die Anlage ist so konzipiert, dass sie knapp über 100.000 Kubikmeter Wasser stauen könnte. Theoretisch würde das Becken des Bornekamp-Freibads 250 Mal hineinpassen.

Bauarbeiten zwischen Unna und Kamen: Bremsklötze am Hochwasserschutzbecken werden erneuert

Bei einem Katastrophenregen würde das Schott rechts schließen. Liefe das Becken dahinter voll, könnte es noch überlaufen in ein Becken daneben. Dort (links) wird jetzt gebaut. © Marcel Drawe

Vorsorge für 500-jähriges Regenereignis

Der schlimmste Fall, den die Planer der Anlage angenommen haben, ist ein 500-jähriges Starkregenereignis, also ein Unwetter, das statistisch einmal in 500 Jahren stattfindet. Strömt so viel Wasser heran, würde es aus dem Rückhaltebecken überschwappen in eine Mulde daneben, die die Fachleute Tosbecken nennen. Die Steinquader, die nun ausgetauscht werden, sollen die Energie dieser tosenden Fluten schlucken, damit das Wasser keine Schäden anrichtet.

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