Am Christlichen Klinikum Unna soll der Mitarbeiter-Kindertag bald wieder stattfinden. Kinder schauen in die Arbeitswelt ihrer Eltern hinein: Dies ist einer von vielen Bausteinen der Familienfreundlichkeit. © CKU
Familienfreundliche Arbeitgeber

Babysitterbörse und E-Bikes machen Arbeiten im Krankenhaus schmackhaft

Unnas Krankenhaus bietet nicht nur Arbeit für 2000 Menschen, sondern auch einige Angebote für deren Angehörige. Die Familie des Mitarbeiters wird an vielen Stellen mit bedacht.

Mit rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Christliche Klinikum Unna (CKU) einer der größten Arbeitgeber der Region. Kann ein so großes Unternehmen auch Rücksicht auf die familiären Belange seiner Leute nehmen? Einige Beispiele zeigen: Es kann. Und die Familie ist an vielen Stellen ein entscheidendes Thema.

Gute Beispiele für Familienfreundlichkeit

Das CKU mit seinen beiden Standorten West (ehemals Evangelisches Krankenhaus) und Mitte (früher Katharinen-Hospital) macht wie einige andere Unternehmen mit beim Kreis-Wettbewerb „Pluspunkt Familie“. Die Firmen „bewerben“ sich mit ihren Konzepten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ziel der Initiative des Bündnisses für Familie im Kreis Unna ist es, gute Beispiele aus der heimischen Wirtschaft zu zeigen.

Ein regelmäßiges Angebot im Krankenhaus ist der „Gesundheitstag“ für Mitarbeiter. © CKU © CKU

Für Wirtschaft und Angestellte hat die Coronazeit besondere Probleme und Herausforderungen mit sich gebracht. Home Office sei im Krankenhaus freilich nur für einen kleineren Teil der Belegschaft umsetzbar, erklärte Personalleiterin Jutta Kappel nun. Dafür gab es zumindest am Standort Mitte ein mitarbeiterfreundliches Modell zum Abbau von Überstunden in der Phase, als das Krankenhaus Kapazitäten für Corona-Fälle freihalten musste – keine Kurzarbeit. Einigen Eltern sei es zur Zeit des Lockdowns, als Kitas und Schulen geschlossen waren, auf diese Weise leichter gefallen oder überhaupt möglich gewesen, ihre Kinder zu betreuen.

Das Wichtigste ist Kommunikation

Schichtdienst im Pflegebereich, der die größte Berufsgruppe darstellt, ist für Menschen mit Familie mitunter eine Herausforderung. Ein „Poolangebot“ kann da flexible Lösungen ermöglichen, wie Kappel erläutert: Mitarbeiter können Zeiten nennen, in denen sie arbeiten können, dafür zeigen sie sich flexibel, in welcher Abteilung sie eingesetzt werden.

Corona hat auch im Krankenhaus einen Digitalisierungsschub ausgelöst. So finden viele Fortbildungen nun dauerhaft online statt, nicht in Präsenz, was unter anderem Wegzeiten einspart. Das Arbeiten unter Pandemiebedingungen habe vor allem gezeigt, dass Kommunikation das Wichtigste sei, so Personalchefin Kappel. Aus vielen Gesprächen erfahre sie, dass sich die Mitarbeiter in den vergangenen eineinhalb Jahren gut informiert und geschützt gefühlt hätten.

Auch in den zurückliegenden Corona-Sommern wurde dieses Projekt durchgezogen: Kinderbetreuung in allen Ferienwochen. © CKU © CKU

Schon viele Jahre vor Corona war das „Kathrinchen“ in Unna eine Pioniereinrichtung der Kinderbetreuung: Das Krankenhaus beschäftigt zwei Tagesmütter, die in einer Großtagespflegestelle bis zu neun Mitarbeiterkinder im Alter zwischen null und drei Jahren betreuen, während Vater oder Mutter seinen bzw. ihren Dienst versieht. Das Krankenhaus betreibt eine Babysitterbörse und versucht, seinen Leuten auch „am anderen Ende“ der Familienphase entgegenzukommen: wenn Mitarbeiter Angehörige pflegen müssen. Hat jemand berufliche oder private Probleme, kann er sich an eine psychologische Hotline wenden und gegebenenfalls kurzfristig Hilfe bekommen. Damit Stress gar nicht zum Problem wird, gibt es Fortbildungen und Sportangebote.

Von Babysitterbörse bis Ameland-Freizeit

Zum Zusatzprogramm für die Familie gehören unter anderem eine durchgehende Kinderbetreuung in den Sommerferien – auch in den beiden „Corona-Sommern“ -, Mitarbeiter-Kindertage, an denen die „Kleinen“ die Arbeitsplätze ihrer Eltern kennenlernen, und für Jugendliche Orientierungsangebote in den 15 Ausbildungsberufen, die das Klinikum anbietet. Ein besonders beliebtes „Bonbon“ ist die Ferienfreizeit auf Ameland für bis zu 60 Mitarbeiterkinder.

Zur Wertschätzung gehört auch das Mobilitätsmanagement, das schon in mancher Familie eine Frage beantworten half: Können wir auf den Zweitwagen verzichten? Wenn beispielsweise wie im CKU das ÖPNV-Ticket bezuschusst und E-Bikes geleast oder ausgeliehen werden können, dann fällt dies leichter.

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Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf

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