B1-Kreuzungen in Unna sollen sicherer werden, aber Planer haben Sorge vor Staus

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Die Planungen für den Umbau der drei Innenstadt-B1-Kreuzungen laufen. Wie sie sicherer werden sollen, steht inzwischen fest. Das Problem: Es drohen noch längere Staus als jetzt.

Unna

, 21.03.2020, 11:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kreuzungen der B1 mit der Hertinger- und Iserlohner Straße sowie dem Kessebürener Weg gelten nicht mehr als sicher. Sie sollen umgebaut werden. Wie für mehr Sicherheit gesorgt werden kann, ist inzwischen klar. Sorgen bereitet allerdings der Verkehrsfluss.

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Freies Rechtsabbiegen ist Geschichte

Die Abstimmung bezüglich der Planungen mit der Stadt Unna sei abgeschlossen, berichtete eine Sprecherin von Straßen NRW. Die Landesbehörde verantwortet den Kreuzungsumbau. Die wesentliche Änderung für mehr Sicherheit betrifft die Rechtsabbiegespuren. Bisher können Autos unabhängig von der Ampelschaltung abbiegen auf separaten Spuren. Das gilt als riskant für Fußgänger.

Der Entwurf zeigt, wie die Kreuzung Hertingerstraße einmal aussehen könnte. Sie wäre so sicherer, aber nicht leistungsfähiger.

Der Entwurf zeigt, wie die Kreuzung Hertingerstraße einmal aussehen könnte. Sie wäre so sicherer, aber nicht leistungsfähiger. © Straßen NRW

Künftig müssen alle bei Rot an der Ampel halten. Für den Knotenpunkt Hertingerstraße wurde kürzlich im Rahmen einer Bürgerversammlung zum Schulstandort Hertinger Tor ein Entwurf von Straßen NRW veröffentlicht. Demnach sollen auf der B1 jeweils vor der Ampel drei Fahrspuren eingerichtet werden: links, geradeaus und rechts. Auf der Achse Hertingerstraße sind je Fahrtrichtung zwei Spuren vorgesehen, eine für Linksabbieger, eine für alle anderen.

Autos müssen lange warten

Im Rahmen der Bürgerversammlung erklärte der städtische Verkehrsgutachter, die Kreuzungen würden durch dieses neue Konzept auf jeden Fall sicherer. Das Problem sei die Leistungsfähigkeit. Messungen bestätigten schon jetzt, dass Autos an der B1-Kreuzung Hertingerstraße relativ lange warten müssen. Die Leistungsfähigkeit dieser Kreuzung bewerten die Fachleute mit „E“. Das entspricht der Schulnote 5, also „mangelhaft“.

Tempolimit

50 als langfristiges Provisorium

  • Seitdem Bedenken an der Sicherheit der B1-Kreuzungen offiziell bestätigt werden, gilt ein Tempolimit an den Kreuzungen Hertingerstraße, Iserlohner Straße und Kessebürener Weg. Vor zwei Jahren wurde Tempo 50 auf dem innenstadtnahen Abschnitt der B1 in Unna eingerichtet.
  • Es gilt als Provisorium: Sind die Kreuzungen umgebaut, soll nach bisherigem Stand wieder mit bis zu 70 Stundenkilometern gefahren werden dürfen - also vermutlich ab 2023.

Die Straßen-NRW-Sprecherin bestätigte, dass die Stauvermeidung nun noch weitere Planungen erfordere. „Wir müssen noch ein Gutachten in Auftrag geben“, sagte sie. Ein Fachmann soll noch einmal im Detail berechnen, welche Maßnahmen sinnvoll wären. Stellschrauben seien Ampelschaltungen, aber auch bauliche Vorkehrungen: Es sei denkbar, dass die Abbiegespuren noch länger geplant werden, so die Sprecherin.

Umbau bis spätestens 2023

Straßen NRW wolle nach gutachterlicher Klärung voraussichtlich Ende dieses Jahres die Planung für die Kreuzungen an ein Unternehmen vergeben. Alle drei Kreuzungen, so die Sprecherin, sollen spätestens 2023 umgebaut sein. Dieses Ziel gibt die Schulplanung vor: Die neue Grundschule am Hertinger Tor soll in jenem Jahr eröffnen. Die Kreuzung Hertingerstraße werde deswegen als erste umgebaut.

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