Gegensätze auf vier Rädern bei Unnas nasser Autoschau

dz43. Auflage

Rein elektrobetriebene Autos fahren 400 Kilometer, ohne tanken zu müssen. Doch es gibt auch die Autos, die mehr als 17 Liter Benzin auf 100 Kilometer brauchen. Ein Streifzug über Unnas Autoschau.

von Dominik Pieper

Unna

, 29.09.2019, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zugegeben: 17 Liter Benzinverbrauch auf 100 Kilometern ist angesichts immer besserer Technologie für aktuelle Modelle längst überholt. Wer sich am Wochenende auf Unnas Autoschau umsah, fand aber auch jene Autos, bei denen zu ihren Bauzeiten Verbrauch und Emission kein Thema waren. Ein alter Chevrolet Impala beispielsweise parkte auf dem Kirchplatz. Mitte der 60er-Jahre gebaut, bläst der breite US-Klassiker Abgase von eben jenen 17 Litern Benzin in die Luft.

Gegensätze auf vier Rädern bei Unnas nasser Autoschau

Verbrauch und Emission waren nicht relevant, als Ford dieses Modell baute. Die Oldtimer dienten Liebhabern alter Fabrikate als attraktive Hingucker. © Borys Sarad

Überbordende Spritschleudern sind schon lange Geschichte

Schön anzusehen waren die Oldtimer auf dem Kirchplatz - doch sie dienten lediglich Liebhabern als Anschauungsobjekte. Die Besucher, die sich am Samstag und Sonntag in der Innenstadt bei den Händlern informierten, hatten fast ausschließlich ein Thema: Elektromobilität. Entsprechend ausgesucht hatten die Händler ihre Modelle und zeigten rein elektrisch oder auch hybridbetriebene Fahrzeuge in der ersten Reihe.

Gegensätze auf vier Rädern bei Unnas nasser Autoschau

316 Kilometer weit fährt der Fahrer dieses Renault Zoe, ehe es an die Ladesäule geht. Andere Modelle schaffen nach Herstellerangaben 400 bis 450 Kilometer ohne Aufladung. © Pieper

Dabei informierte gleich die bunte Werbung auf Türen und Motorhauben über die Besonderheiten des jeweiligen Antriebs. Zwischen 350 Kilometer und 450 Kilometer weit fährt der, der in einem ausschließlich elektrisch angetriebenen Fahrzeug der Unter- und Mittelklasse unterwegs ist. Erst dann zeigt die digitale Tanknadel den roten Bereich an und eine Ladesäule muss angesteuert werden.

Reichweite von E-Autos reicht vielen Kunden noch nicht aus

Autoverkäufer Bernd Hartberg verriet, dass die zwar immer besser werdende Reichweite von etwa 400 Kilometern viele Kunden interessiert, aber eben final oft doch noch abschreckt. Ein Kunde verriet ihm im Gespräch, dass er jeden Sommer nach Italien in den Urlaub fährt - 1200 Kilometer pro Strecke. Mit einem E-Auto auf dieser Fahrt mindestens drei mehrstündige Stopps zum Aufladen einzulegen, sei für ihn zu viel gewesen.

Gegensätze auf vier Rädern bei Unnas nasser Autoschau

Mittels Wasserstoff wird dieser Toyota angetrieben, den Eva Muermann einem Kunden am Samstag vorstellte. Neben elektrisch angetriebenen Autos sind auch alternative Antriebsmodelle ein Thema in der Branche. © Borys Sarad

Bernd Hartberg und seine Kollegen verwiesen skeptische Kunden dann meist auf die Hybridtechnologie, bei der Elektro- und Benzinantrieb kombiniert werden. „In der Innenstadt lässt sich problemlos elektrisch fahren“, sagt Hartberg. Hybridmodelle lassen etwa 40 bis 50 Kilometer Reichweite ohne Zuschaltung des Benzinantriebs zu.

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Autoschau Unna

Neue Modelle und alte Schätzchen: Bei der Autoschau am Samstag und Sonntag finden Kunden neuer Autos und Liebhaber alter Modelle gleichermaßen etwas fürs Auge.
29.09.2019
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Auto Schau Unna 2019© Borys P. Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys P. Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys P. Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys P. Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys P. Sarad
Auto Schau Unna 2019
Kevin Karasch© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019
v.l. Martin Schwunck, Manfred Grasse© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019
Toyota mit dem Wasserstof Motor© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019
Jona mit Papa Marco Klein© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys P. Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019© Borys Sarad
Auto Schau Unna 2019
Toyota mit dem Wasserstof Motor© Borys Sarad

Platz und Stauraum bleiben Kaufkriterien

Wem Elektromobilität gleich war, der schaute sich bei der Autoschau eher im Bereich der bulligen SUV um. 250 PS und mehr leisten die Motoren jener Fahrzeuge, die insbesondere durch ihren hohen Sitz punkten. Platz auf der Rückbank und Stauraum im Kofferraum sind antriebsunabhängig bei vielen Kunden weiter ein großes Thema.

Ob elektrisch- oder doch benzin/dieselbetrieben, ob klein oder groß: Vor allem die Leistung interessierte die Kunden. Dass die Größe eines Fahrzeugs nicht immer etwas über die Leistung aussagt, verriet ein Blick auf speziell gekennzeichnete Sondermodelle. Ein Kompaktwagen mit kaum Platz für eine Person auf dem Rücksitz leistet 115 PS, ein SUV mit dritter Sitzreihe gerade einmal 25 PS mehr. Bei steigendem Umweltbewusstsein wollen viele Kunden eben auch keine großen Leistungseinbußen hinnehmen.

Die Innenstadt als Parkplatz

Ergänzt wurde die Autoschau durch einen verkaufsoffenen Sonntag der Innenstadthändler. Trotz immer wieder einsetzenden Regens fanden viele Besucher den Weg in die Innenstadt und schauten nicht nur während des ein oder anderen Schauers in den Geschäften vorbei. Angesichts des stürmischen Wetters und der Tatsache, dass die Schauplätze vor vielen Ladenlokalen an diesem Wochenende zu Parkplätzen wurden, verzichteten viele Händler auf Außenaktionen.

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