Frau steuert Auto absichtlich in Taubenschwarm – ein Vogel stirbt qualvollen Tod

dzTierschutz

Eine Autofahrerin steht im Verdacht, ihren Wagen absichtlich als Waffe zur Taubenjagd eingesetzt zu haben. Zeugen schildern einen Akt der Tierquälerei aus Unna. Die Polizei ermittelt.

Unna

, 26.05.2020, 12:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Tauben gelten für viele Menschen als störend. Und doch sind die Vögel Lebewesen, die einen würdigen Umgang verdienen. Eine Frau aus Unna scheint dies völlig anders zu bewerten. Zeugen schildern einen barbarischen Vorfall, der sich am Montagabend in Unna zugetragen hat.

Gegen 18.50 Uhr beobachteten sie an der Hertingerstraße, wie die Frau ihren Kleinwagen zur Waffe machte. Gezielt und absichtlich habe sie ihr Auto in einen Schwarm Tauben gesteuert, dabei eines der Tiere getroffen und tödlich verletzt.

Die Fahrerin des Wagens habe danach noch angehalten, sei ausgestiegen, um sich das getroffene Tier anzuschauen – und dann wieder weiterzufahren. Die Taube verstarb an den Verletzungen.

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Gleich mehrere Passanten wurden zu fassungslosen Augenzeugen – und reagierten doch geistesgegenwärtig. Sie notierten das Kennzeichen und riefen die Polizei an, die nun zunächst den Halter oder die Halterin des Fahrzeuges anhören kann, wer zu dem Zeitpunkt mit dem Wagen unterwegs war.

Zur Identifizierung der Fahrerin können die Zeugen zudem eine Personenbeschreibung beisteuern. Die Dame also wird zu finden sein – und Leugnen ihr nicht helfen.

Bis zu drei Jahre Gefängnis für Tierquälerei

Den Tatvorwurf zu bewerten ist nach den Ermittlungen der Polizei allerdings Sache der Justiz. Die Ermittlungen dafür laufen unter dem Verdacht eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

„Tierunfälle passieren und es ist von keinem Autofahrer zu erwarten, dass er wegen eines Tieres das Lenkrad verreißt und sich selbst in Gefahr bringt. Hier aber schildern gleich mehrere Zeugen, dass eine klare Absicht vorliegt, und das ist ein Verstoß gegen das Gesetz“, erklärt Christian Stein von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde.

Konkret würde es sich dann um einen Verstoß gegen den Paragrafen 17 des Tierschutzgesetzes handeln. Danach droht sogar eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, wenn jemand einem Wirbeltier „aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden“ zufügt oder es ohne vernünftigen Grund tötet.

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